Bekanntlich
ist Deutschlands Black Metal Szene nicht sehr groß und
respektable Vertreter kann man an einer Hand abzählen.
LUNAR AURORA ist eine dieser Bands und zieht nun ein
viertes Mal mit dem Album Ars Moriendi im Tornister
in eine gnadenlose Schlacht.
Und musikalisch wird gemetzelt, was das Schlachtfeld hergibt.
LUNAR AURORA zelebrieren noch immer ultrabrutalen aber
dennoch typisch ursprünglichen und rudimentären Black
Metal Underground, ohne Schnörkel und Trend - Verrenkungen.
Die Keybordcollagen kommen ziemlich schräg und abgefahren
daher, machen aber trotzdem irgendwie Spaß, da sie nicht
übertrieben werden und somit nicht wirklich zukleistern
(Leute mit Kopf- oder Zahnschmerzen werden wohl trotzdem die
Wände hochgehen). Es wird gnadenlos drauf los geschrappelt,
keine Chance, irgendwelche filigranen Akzente in Sachen Riffs
oder Drumming wahrzunehmen. Ist auch nicht wirklich nötig.
Diverse Breaks und Hooks kommen völlig unverhofft und unlogisch
und bringen einen schon mal aus dem Konzept. Dennoch treten
Stücke wie Dämonentreiber oder auch Aasfresser
gewaltig Arsch und verbreiten ein ziemlich dichte, intensive
und bedrohliche Atmosphäre. Immer wieder eingebrachte skurrile
Keyboardsamples und das Bimmeln von Windspielen vermitteln eine
nahezu wilde Romantik. Zwischendurch wird das wütende Geprügel
mal abgebremst und sowas wie Melodie ist auszumachen - hier
verweise ich mal auf Flammen der Sehnsucht. Textlich
geht's um kaputte Seelen, Tod, Schmerz und Verderben in einem
recht ansprechendem lyrischem Gewand. Hätte ich hier jetzt
gar nicht vermutet.
Produktionstechnisch ist Ars Moriendi so, wie
man es erwarten sollte. Kein Schnickschnack und meist recht
matschig, ohne aber in Proberaumgefilde abzudriften. Dieses
Album versprüht unbestreitbar seinen Charme und ist mal
wohltuend anders. Irgendwie. Mir gefällt's!