LUNA  AD NOCTUM – Dimness Profound
Label: Golden Lake Productions
Release: 18. 09. 2003
Von: Dunja
Punkte: 6,5
 
Black Metal aus Polen? Da kommen einem leider immer wieder die Bands in den Sinn, deren politischen Hintergrund wohl keiner verstehen kann – aber es gibt hier auch Ausnahmen, und eine davon sind LUNA AD NOCTUM. Zwar kann man sie auch nicht ganz mit erstgenanntem Abschaum vergleichen, da sie musikalisch eher auf die moderne, melodische Schiene setzen anstatt dem Black Metal der alten Schule zu frönen, trotzdem wage ich es zu behaupten, dass man in ihrem Heimatland nicht leicht auf eine ebenbürtige Band treffen wird.

Das fängt schon einmal beim exzellenten Sound an, der schön reinkracht und die Gitarren so klingen lässt, wie sie es bei einer melodischen Black Metal Produktion zu klingen haben. Lediglich das Schlagzeug ist nicht ganz nach meinem Geschmack abgemischt worden, da ich prinzipiell nicht so der Fan von Triggern bin, aber über den Punkt lässt sich bekanntlich streiten. Das Keyboard ist glücklicherweise eher als Hintergrundinstrument gewählt worden, weswegen sich der „Kitschfaktor“ in Grenzen hält. Auch musikalisch wird hier sicherlich feiner Stoff geboten, der sich größtenteils im High Speed Tempobereich befindet, aber durch gelegentliche Midtempo - Passagen aufgelockert wird.

Doch so gut das Ganze auch klingen mag – einen Haken hat die Sache: Es mangelt gewaltig an der Originalität. Auch wenn hier soundmäßig doch ein großes Plus zu verzeichnen ist, sind die Songs einfach zu normal und gewöhnlich um aus der breiten Masse der Bands in diesem Genre herauszustechen. Zwar fetzen sie beim Anhören recht schön, doch ist man erst einmal am Ende des Albums angelangt, so kann es keinen bleibenden Eindruck hinterlassen – dazu gibt es heutzutage schon viel zu viele Bands in dem Bereich.

Genreliebhaber können jedoch getrost in Dimness Profound hereinhören, anderen sollte bei Nichterwerb auch kein besonderes Meisterwerk entgangen sein.

Luna Ad Noctum