LUCIFUGUM – The Supreme Art Of Genocide

 
Label: Propaganda
Release: 29.01.2006
Von: Seb
Punkte: 6/10
Time: 43:00
Stil: Black Metal
URL: Lucifugum
 
Die Akkordarbeiter des Black Metal haben wieder zugeschlagen! Nach 6 Longplayern alleine in den letzten drei Jahren hauen LUCIFUGUM mit The Supreme Art Of Genocide nun ihr 11. Studioalbum raus. Zusammen mit den zahlreichen Demos und Split-CD’s kratzen sie mittlerweile an der insgesamt 20. Veröffentlichung in knapp 10 Jahren. Leider muss man aber auch sagen, dass soviel Fließbandarbeit ihren Preis zu haben scheint, denn das, was die (mittlerweile nur noch zwei) Ukrainer da als „True Antihuman Poisonous Black Metal in own unique style, without any influences“ zu Gehör bringen, vermag mich nicht vollends zu überzeugen, auch wenn man von der underground-true-black-metal-typisch grottigen Produktion absieht. Immerhin bemerkt man trotz dieser, dass die Musiker ihre Instrumente durchaus zu spielen verstehen, etwas, das man nach einer solch langen Zeit allerdings auch erwarten kann.
In Punkto Originalität und Kreativität allerdings hat The Supreme Art Of Genocide im Grunde genommen gar nichts zu bieten. Zeitweise hat man den Eindruck, dass man statt der sechs auf der Scheibe enthaltenen Tracks eigentlich auch nur einen einzigen langen hätte unterbringen können, denn bis auf die Pausen merkt man nach einer Weile kaum noch einen Unterschied zwischen den einzelnen Songs, die sich überwiegend im Midtempobereich bewegen. Andererseits mag das auch durchaus so beabsichtigt sein, denn durch dieses monotone, düstere und fast hypnotische Hintergrundgeräusch aus sich kaum verändernden old-school-Riffs mit ebenfalls ziemlich dumpfem und gleichförmigem Schlagzeug wirkt irgendwann nur noch die Stimme des Sängers auf den wehrlosen Hörer ein. Und die hat es in sich: hasserfüllt und dämonisch wird gekeift, gekreischt und geröchelt, dass man sich fast vorstellen kann, wie sich die Augen rollen und sich Schaum vor dem Mund bildet. Wirkt dies allerdings zu Anfang noch irgendwie faszinierend, so fehlt doch auch hier nach einiger Zeit ein wenig Abwechslung.
Was noch zu erwähnen wäre: Trotz ehemals enger Zusammenarbeit und Verbindungen mit den ebenfalls ukrainischen Nokturnal Mortum sind LUCIFUGUM kein Side-Projekt dieser Band und haben nach eigener Aussage nichts mit NSBM zu tun, genauso wenig wie übrigens mit jeder anderen Bewegung innerhalb des Black Metal.

Fazit: Ein technisch durchaus gut gemachtes Album, das durch seinen in der Tat relativ „own unique style“ eine gewisse Faszination auf den Hörer ausüben kann, welche jedoch zumindest in meinem Fall irgendwann eher einer gewissen Langeweile zu weichen beginnt. Ein wenig mehr Spritzigkeit und Überraschungsmomente hätten wohl ganz gut getan, um den Hörer bei Laune zu halten. Das scheint aber zumindest nicht mehr ins Konzept der Band zu passen, die es immerhin auch schon mal mit Keyboards und Melodie versucht hatte ;)
Wer auf grundsätzlich auf klassischen Underground-Sound steht, kann sich The Supreme Art Of Genocide ohne große Bedenken zulegen (dann allerdings ist Eile geboten, die CD Version ist auf 1500 limitiert), jeder andere wird das Album zumindest sehr gewöhnungsbedürftig oder schlicht öde finden.
Alles in allem 6/10 weil’s ganz gut gespielt und immerhin mal was anderes ist ;)