Die
Akkordarbeiter des Black Metal haben wieder zugeschlagen! Nach
6 Longplayern alleine in den letzten drei Jahren hauen LUCIFUGUM
mit The Supreme Art Of Genocide nun
ihr 11. Studioalbum raus. Zusammen mit den zahlreichen Demos
und Split-CD’s kratzen sie mittlerweile an der insgesamt
20. Veröffentlichung in knapp 10 Jahren. Leider muss man
aber auch sagen, dass soviel Fließbandarbeit ihren Preis
zu haben scheint, denn das, was die (mittlerweile nur noch zwei)
Ukrainer da als „True Antihuman Poisonous Black Metal
in own unique style, without any influences“ zu Gehör
bringen, vermag mich nicht vollends zu überzeugen, auch
wenn man von der underground-true-black-metal-typisch grottigen
Produktion absieht. Immerhin bemerkt man trotz dieser, dass
die Musiker ihre Instrumente durchaus zu spielen verstehen,
etwas, das man nach einer solch langen Zeit allerdings auch
erwarten kann.
In Punkto Originalität und Kreativität allerdings
hat The Supreme Art Of Genocide im
Grunde genommen gar nichts zu bieten. Zeitweise hat man den
Eindruck, dass man statt der sechs auf der Scheibe enthaltenen
Tracks eigentlich auch nur einen einzigen langen hätte
unterbringen können, denn bis auf die Pausen merkt man
nach einer Weile kaum noch einen Unterschied zwischen den einzelnen
Songs, die sich überwiegend im Midtempobereich bewegen.
Andererseits mag das auch durchaus so beabsichtigt sein, denn
durch dieses monotone, düstere und fast hypnotische Hintergrundgeräusch
aus sich kaum verändernden old-school-Riffs mit ebenfalls
ziemlich dumpfem und gleichförmigem Schlagzeug wirkt irgendwann
nur noch die Stimme des Sängers auf den wehrlosen Hörer
ein. Und die hat es in sich: hasserfüllt und dämonisch
wird gekeift, gekreischt und geröchelt, dass man sich fast
vorstellen kann, wie sich die Augen rollen und sich Schaum vor
dem Mund bildet. Wirkt dies allerdings zu Anfang noch irgendwie
faszinierend, so fehlt doch auch hier nach einiger Zeit ein
wenig Abwechslung.
Was noch zu erwähnen wäre: Trotz ehemals enger Zusammenarbeit
und Verbindungen mit den ebenfalls ukrainischen Nokturnal Mortum
sind LUCIFUGUM kein Side-Projekt dieser Band
und haben nach eigener Aussage nichts mit NSBM zu tun, genauso
wenig wie übrigens mit jeder anderen Bewegung innerhalb
des Black Metal.
Fazit: Ein technisch
durchaus gut gemachtes Album, das durch seinen in der Tat
relativ „own unique style“ eine gewisse Faszination
auf den Hörer ausüben kann, welche jedoch zumindest
in meinem Fall irgendwann eher einer gewissen Langeweile zu
weichen beginnt. Ein wenig mehr Spritzigkeit und Überraschungsmomente
hätten wohl ganz gut getan, um den Hörer bei Laune
zu halten. Das scheint aber zumindest nicht mehr ins Konzept
der Band zu passen, die es immerhin auch schon mal mit Keyboards
und Melodie versucht hatte ;)
Wer auf grundsätzlich auf klassischen Underground-Sound
steht, kann sich The Supreme Art Of Genocide
ohne große Bedenken zulegen (dann allerdings ist Eile
geboten, die CD Version ist auf 1500 limitiert), jeder andere
wird das Album zumindest sehr gewöhnungsbedürftig
oder schlicht öde finden.
Alles in allem 6/10 weil’s ganz gut gespielt und immerhin
mal was anderes ist ;)
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