LIMBONIC ART – A Legacy Of Evil

 
Label: Nocturnal Art Productions
Release: 08.10.2007
Von: Seb
Punkte: 9.5 /10
Time: 59:06
Stil: Black Metal
URL: Limbonic Art
 
Geil, geil, geil! LIMBONIC ART sind wieder da, und wie! Nach einer Kreativpause, die die beiden verbliebenen Mitglieder Daemon und Morfeus 2003 einlegten, wiederbelebte man sich, wiederum nur zu zweit, stilecht am 06.06.06. Seitdem hat es zwar noch eine ganze Weile gedauert, bis A Legacy Of Evil das Lichte der Welt erblickte, aber das Warten hat sich definitiv gelohnt. Nach dem nicht so starken Abgang mit An Ultimate Death Worship ist es den beiden diesmal wieder gelungen, einen Schritt zurück zu dem zu machen, was LIMBONIC ART auf den früheren Veröffentlichungen ausmachte, auch wenn man nicht in dem Maße auf symphonische Klänge setzt wie beispielsweise auf Moon In The Scorpio. A Legacy Of Evil lediglich als melodischen oder symphonischen Black Metal zu bezeichnen, würde der Platte ganz sicher nicht gerecht werden, denn hier wird dem Hörer deutlich mehr geboten als mit (kitschigen) Keyboardstrecken zugekleistertes Schwarzmetall. Den überwiegenden Teil des Albums macht, vorwärts getrieben vom meist rasenden, aber nie unrealistisch schnellen Drumcomputer, eine Mischung aus ebenfalls sehr schnellem Gitarrenspiel und viel Melodie aus. Aber es wären nicht LIMBONIC ART, wenn man es einfach dabei beließe, weitaus mehr stilistische Mittel und Effekte fließen in die einzelnen Songs ein. So finden sich, fast selbstverständlich, wie schon auf dem Vorgängeralbum Elemente aus Death und Thrash Metal, aber auch deutlich schrägere Stellen sind zu finden. Der Opener A Cosmic Funeral Of Memories kommt beispielsweise mit leicht orientalisch angehauchten Melodien daher, und bevor Twilight Omen nach einem Thrash-Gedonner, das auch Slayer alle Ehre machen würde, in schwarzmetallische Raserei verfällt, hört sich das knapp dreiminütige Intro an, als hätten da die finsteren Geschwister von Danny Elfman und den Secret Chiefs 3 mit am Song basteln dürfen. Und wer spätestens seit dem grandiosen Source To Agonies auch gerne was Langsames von LIMBONIC ART mag, kommt auf A Legacy Of Evil mit dem ebenfalls sehr ruhigen und melodiösen Grace By Torments, in dem Daemon unter Beweis stellt, das seine Stimme nichts von ihrer früheren Intensität verloren hat, nicht zu kurz.
Einzig und alleine der Sound, der sich stellenweise etwas zu glatt und steril anhört, hat mir nicht durchgängig so gefallen wie der ganze Rest, weswegen ich nicht die glatte 10 hochhalten kann. Dennoch ist LIMBONIC ART mit A Legacy Of Evil zweifellos das Comeback des Jahres gelungen!