Geil,
geil, geil! LIMBONIC ART sind wieder da, und
wie! Nach einer Kreativpause, die die beiden verbliebenen Mitglieder
Daemon und Morfeus 2003 einlegten, wiederbelebte man sich, wiederum
nur zu zweit, stilecht am 06.06.06. Seitdem hat es zwar noch
eine ganze Weile gedauert, bis A Legacy Of Evil
das Lichte der Welt erblickte, aber das Warten hat sich definitiv
gelohnt. Nach dem nicht so starken Abgang mit An
Ultimate Death Worship ist es den beiden diesmal
wieder gelungen, einen Schritt zurück zu dem zu machen,
was LIMBONIC ART auf den früheren Veröffentlichungen
ausmachte, auch wenn man nicht in dem Maße auf symphonische
Klänge setzt wie beispielsweise auf Moon In
The Scorpio. A Legacy Of Evil
lediglich als melodischen oder symphonischen Black Metal zu
bezeichnen, würde der Platte ganz sicher nicht gerecht
werden, denn hier wird dem Hörer deutlich mehr geboten
als mit (kitschigen) Keyboardstrecken zugekleistertes Schwarzmetall.
Den überwiegenden Teil des Albums macht, vorwärts
getrieben vom meist rasenden, aber nie unrealistisch schnellen
Drumcomputer, eine Mischung aus ebenfalls sehr schnellem Gitarrenspiel
und viel Melodie aus. Aber es wären nicht LIMBONIC
ART, wenn man es einfach dabei beließe, weitaus
mehr stilistische Mittel und Effekte fließen in die einzelnen
Songs ein. So finden sich, fast selbstverständlich, wie
schon auf dem Vorgängeralbum Elemente aus Death und Thrash
Metal, aber auch deutlich schrägere Stellen sind zu finden.
Der Opener A Cosmic Funeral Of Memories kommt beispielsweise
mit leicht orientalisch angehauchten Melodien daher, und bevor
Twilight Omen nach einem Thrash-Gedonner, das auch
Slayer alle Ehre machen würde, in schwarzmetallische Raserei
verfällt, hört sich das knapp dreiminütige Intro
an, als hätten da die finsteren Geschwister von Danny Elfman
und den Secret Chiefs 3 mit am Song basteln dürfen. Und
wer spätestens seit dem grandiosen Source To Agonies
auch gerne was Langsames von LIMBONIC ART mag,
kommt auf A Legacy Of Evil mit dem
ebenfalls sehr ruhigen und melodiösen Grace By Torments,
in dem Daemon unter Beweis stellt, das seine Stimme nichts von
ihrer früheren Intensität verloren hat, nicht zu kurz.
Einzig und alleine der Sound, der sich stellenweise etwas zu
glatt und steril anhört, hat mir nicht durchgängig
so gefallen wie der ganze Rest, weswegen ich nicht die glatte
10 hochhalten kann. Dennoch ist LIMBONIC ART
mit A Legacy Of Evil zweifellos das
Comeback des Jahres gelungen!