Sie
sind langsamer geworden, die aus Linz stammenden LEGACY OF
HATE – doch sie haben auch gleichzeitig an Intensität
zugelegt. Die neue Scheibe Unmitigated Evil zaubert
mir mit einem hervorragenden Groove, fein ausgearbeiteten Melodien
und einer gemäßigten Portion Aggression das eine
oder andere wohlwollende Grinsen ins Gesicht.
Mit dem ersten Lied Wake Up schaffen es die meist im
mittelschnellen Tempo agierenden Musiker aus der Stahlstadt
den Hörer mitzureißen. So richtig los geht’s
mit zackigen Riffs und knallendem Rhythmus sowie schnell gesungenem
Refrain dann mit dem programmatischen When Chains Are Breaking.
Schon jetzt brechen bei mir die Ketten bezüglich enthusiastischer
Reaktionen und der Daumen zeigt mit jedem weiteren Stück
noch weiter nach oben. Das liegt dann auch an zwischenzeitlichen
Geschwindigkeitsattacken, die für dynamische Abwechslung
im Hause LEGACY OF HATE sorgen. Der fette Sound drückt
unheimlich dicht aus den Boxen und vor allem live auf der Bühne
müsste diese Mischung für beste Stimmung und knackende
Nackenwirbel sorgen. Überraschenderweise bieten die Künstler
sogar Klargesang in ihrem Repertoire auf (man höre A
Moment Of Secrets) – allerdings bleibt dieses Stilmittel
zum Glück schmückendes und somit effektives Beiwerk.
Von zähflüssig stampfenden bis zackig und leichtfüßig
gethrashten Kompositionen reicht das Spektrum der versierten
Band, ohne die wichtigste Komponente, die da „Eingängigkeit
mit Stil“ heißt, jemals zu vernachlässigen.
Nach acht kompakten Stücken, die trotzdem genügend
Platz zur Entfaltung vieler Ideen lassen, entsteht das Gesamtbild
einer homogenen hochklassigen Platte, die jede Menge fulminanter
Momente und furioser Melodien sowie intensiven core-lastigen
Gesang (nebst marginalen klar dargebotenen Nuancen) anzubieten
hat. Gut gemacht!