Hatte
mich schon eine erste Kostprobe der Schweizer begeistert, haut
mich das nun vorliegende Album The Stolen View
schlichtweg um und ist seitdem mein ständiger musikalischer
Begleiter. Die Scheibe rotiert permanent, ich kann nicht genug
davon bekommen.
Wie passend, das es dazu auch gerade eine Split CD mit den musikalischen
Seelenverwandten von Long Distance Calling namens 090208
gibt, wo sich der Track Inspiral von aktuellen Album
wieder findet.
The Stolen View ist ein reines Instrumentalalbum,
nicht alles zerstörend traurig, dennoch melancholisch,
verträumt melodisch und mit einem psychedelischen Touch,
der trotz der hin und wieder einsetzenden harschen Gitarrenarbeit
eine gewisse Gelassenheit ausstrahlt.
The Stolen View ist ein famoses Album, an dessen
Klangkaskaden man sich festklammern, in dessen Klangkosmos man
ganz tief versinken und nie wieder auftauchen möchte. LEECH
offerieren eine Reise ohne Ziel, nur der Entdeckung wegen. Musik
immer wieder neu und immer wieder anders.
The Stolen View ist makellos, perfekt ausbalanciert,
durchdacht und arrangiert; baut geschickt Spannungsbögen
auf, wenn harsches Riffing einsetzt oder perkussiv Akzente gesetzt
werden, spielt mit Laut-Leise-Dynamiken und wabert in seinen
leisen Momenten atmosphärisch vor sich hin, bleibt dabei
aber immer spannend, auf eine sehr entspannte Weise ;) Und das
funktioniert bei den 8 Minuten Tracks (Silent State Optimizer
und das atemberaubende The Man With The Hammer) genauso
gut, wie bei den knapp 2-minütigen Zwischenspielen (Ziipfe,
I Was Reversed) und den 13 bzw. 20 Minuten Monolithen Inspiral
(welches mich an Tangerine Dreams zu Near Dark-Zeiten erinnert)
und Totem And Tabu. Das ist Klangkunst!
The Stolen View ist das vierte Album der Schweizer,
die sich selbst eine Weile auf Eis gelegt hatten, und ist lokal
bereits im letzten Jahr erschienen. Nun kommt es breitflächig
über Viva Hate und Cargo und dürfte jedes klangsüchtige
wie klangwillige Ohr erreichen. The Stolen View
ist für mich definitiv eins der Highlights in 2008!