LEAVES’ EYES – Legend Land EP

 
Label: Napalm Records
Release: 09.06.2006
Von: Semiramis
Punkte: 6/10
Time: 21:08
Stil: Gothic/Viking-Metal
URL: Leaves' Eyes
 
Basis der EP Legend Land ist LEAVES’ EYES’ 2005er Album Vinland Saga, das die Entdeckung Amerikas durch den Wikinger Leif Eriksson zum Thema hat, genauer gesagt die Liebesgeschichte eines entdeckungsreisenden Seefahrers und seiner in Norwegen wartenden Braut.
Legend Land nun bietet exklusives neues Songmaterial im EP-Format mit 6 Tracks (wobei der letzte die Extended Version des Titelsongs ist). Wie von Liv Kristine und ihren Mannen gewohnt erwartet den geneigten Hörer der übliche bombastische orchestrale Gothic-Metal-Sound, im wahrsten Sinne des Wortes mit Pauken und Trompeten. Das Cover mit einer verklärt zu Seite blickenden Liv Kristine vor sturmgepeitschter See wirkt etwas plakativ und wenig einfallsreich. Erzählt wird (als Weiterführung der Vinland Saga) in den fünf Songs vom Leben der Wikinger in Nordamerika und ihrer Konfrontation mit den dort ansässigen Ureinwohnern.
Die Songstruktur des Titeltracks Legend Land bietet wenig Neues. Liv Kristines hoher, mitunter etwas kitschiger Gesang ertönt im Wechsel mit den Growls von Göttergatten Alex Krull. Die um nur 1 Minute längere Extended Version am Schluss erscheint mir allerdings im Ganzen allerdings stimmiger und auskomponierter.
Skraelings gemahnt zwischenzeitlich sehr an Nightwish durch die opernhaften, gesanglich mindestens gedoppelten Passagen, unterlegt mit vorantreibenden Beats. Viking’s World ist eher belanglos, The Crossing bietet einmal mehr in epischer Breite das gesangliche Wechselspiel zwischen Krull und Kristine. Die Ballade Lyset kommt ruhig, aber hübsch beschwingt folkloristisch im ¾-Takt daher und wirkt trotz ihrer Kürze recht überzeugend.
Im Ganzen bietet Legend Land genau das, was man von LEAVES’ EYES erwartet... weichgespülten Gothic/Viking-Metal mit leichtem Hang zum Kitsch. Für Fans bestimmt ein Leckerbissen (der allerdings nicht an die vorangegangenen Alben heranreicht), für den Rest hörbar bis ermüdend und leider wenig innovativ.