Basis
der EP Legend Land ist LEAVES’
EYES’ 2005er Album Vinland Saga,
das die Entdeckung Amerikas durch den Wikinger Leif Eriksson
zum Thema hat, genauer gesagt die Liebesgeschichte eines entdeckungsreisenden
Seefahrers und seiner in Norwegen wartenden Braut.
Legend Land nun bietet exklusives
neues Songmaterial im EP-Format mit 6 Tracks (wobei der letzte
die Extended Version des Titelsongs ist). Wie von Liv Kristine
und ihren Mannen gewohnt erwartet den geneigten Hörer der
übliche bombastische orchestrale Gothic-Metal-Sound, im
wahrsten Sinne des Wortes mit Pauken und Trompeten. Das Cover
mit einer verklärt zu Seite blickenden Liv Kristine vor
sturmgepeitschter See wirkt etwas plakativ und wenig einfallsreich.
Erzählt wird (als Weiterführung der Vinland
Saga) in den fünf Songs vom Leben der Wikinger
in Nordamerika und ihrer Konfrontation mit den dort ansässigen
Ureinwohnern.
Die Songstruktur des Titeltracks Legend Land bietet
wenig Neues. Liv Kristines hoher, mitunter etwas kitschiger
Gesang ertönt im Wechsel mit den Growls von Göttergatten
Alex Krull. Die um nur 1 Minute längere Extended Version
am Schluss erscheint mir allerdings im Ganzen allerdings stimmiger
und auskomponierter.
Skraelings gemahnt zwischenzeitlich sehr an Nightwish
durch die opernhaften, gesanglich mindestens gedoppelten Passagen,
unterlegt mit vorantreibenden Beats. Viking’s World
ist eher belanglos, The Crossing bietet einmal mehr
in epischer Breite das gesangliche Wechselspiel zwischen Krull
und Kristine. Die Ballade Lyset kommt ruhig, aber hübsch
beschwingt folkloristisch im ¾-Takt daher und wirkt trotz
ihrer Kürze recht überzeugend.
Im Ganzen bietet Legend Land genau
das, was man von LEAVES’ EYES erwartet...
weichgespülten Gothic/Viking-Metal mit leichtem Hang zum
Kitsch. Für Fans bestimmt ein Leckerbissen (der allerdings
nicht an die vorangegangenen Alben heranreicht), für den
Rest hörbar bis ermüdend und leider wenig innovativ.