Manchmal
zitiere ich ja gerne aus den beigelegten Info-Flyern, so auch
hier: "LA DIVISION MENTALE plays totally morbid
combination of Noise Industrial Black Metal. Only for the sickest!"
Dem ist eigentlich kaum etwas hinzuzufügen. Wer glaubt,
größtenteils bekannte BM-Riffs müssten unbedingt
mit harschen Noise-Samplen, vielen Sprachfetzen (von Narrative
über Gekreische bis hin zu extremsten Verfremdungen ist
alles dabei) und teilweise extremem Hardcore-Electro-Bass-Geballer
"verfeinert" werden, der ist hier sicherlich richtig.
Zumal die Franzosen zumindest bei der Produktion sehr true vorgehen
und einen recht höhenlastigen, stark hintergründigen
Sound präsentieren. Das alleine würde bei vielen Leuten
schon ausreichen, um den Tatbestand der Lärmbelästigung
zu erfüllen, von der Musik bräuchte man da gar nicht
mehr sprechen.
Betrachtet man das Ganze hingegen weniger unter dem Song-Aspekt,
sondern eher als Krach-Collage zur Hintergrund-Beschallung oder
zur Untermalung irgendwelcher Experimental-Filme, dann kann
man dem Gebotenen einen gewissen Reiz nicht absprechen. Der
entfaltet sich für mich aber weniger anhand der BM-Stilistik,
sondern eher, weil LA DIVISION MENTALE mit teilweise
interessanten Samples arbeiten und ein Händchen für
atmosphärische Sounds und Passagen haben. Folglich gefallen
mir daher die rein elektronischen Passagen von L'eXtase
de fous auch deutlich besser als die handgemachten.
Und was ebenfalls auffällt: die Band begeht nicht den Fehler,
ihr Heil ausschließlich in Geschwindigkeit zu suchen,
sondern arbeitet auch viel mit langsameren Teilen und/oder mehr
flächigen Sounds, was tatsächlich einen sehr durchdachten
Eindruck hinterlässt.
Bleibt ein zwiespältiges Fazit: die CD zeugt deutlich von
der Kompromisslosigkeit und Unangepasstheit der Band, zumindest
ich tue mich aber sehr schwer damit, mir auch nur mehrere Tracks
am Stück anzuhören. Also bin ich wohl nicht sick genug,
dafür gibt's aber auch nur 5 Punkte…