LANFEAR – X To The Power Of Ten

 
Label: Locomotive Records
Release: 22.08.2008
Von: Joking
Punkte: 8/10
Time: 51:37
Stil: Progressive Power Metal
URL: Lanfear
 
Das fünfte Album LANFEARs in 11 Jahren präsentiert nach Stefan Zoerner und Tobias Althammer mit Nuno Miguel Fernandes den dritten Sänger. Wie kaum anders zu erwarten, macht der ehemalige Anguish Frontmann (deren Album Symmetry ich hiermit herzlichst empfehle) eine sehr gute Figur. Seine Stimme ist dunkler timbriert als die Althammers und passt sich hervorragend in die Klangwelt der Band ein. Die Songs auf X To The Power Of Ten zeichnen sich auch in den härteren Momenten durch eine melodische Wärme aus, die neben allen Breaks und Tempoveränderungen wieder deutlicher ins progressive Lager verweist, als dies auf den beiden Alben zuvor der Fall war. Dezente, aber prägnante Keyboards unterfüttern die handfesten Gitarrenriffs, die äußerst songdienlich daherkommen. Auf ellenlange Soli wird verzichtet, lieber spendiert man powervollen Stücken wie Enter Dystopia einen fast floydigen Ausklang, auch wenn der Gitarrenklang kaum an David Gilmour erinnert. Auf X To The Power Of Ten gibt es Melodien zuhauf, die ins Ohr gehen, ohne spätestens beim dritten Durchgang zu nerven. Es gibt immer wieder etwas zu entdecken, sei es das flächige Mellotron beim vielleicht härtesten Track My Will Be Done, das den Song trotzdem nicht zerreißt, bzw. ausbremst, oder die Bei Jazz-Attitüde zu Beginn Decryptions, die an die besseren Momente Pat Methenys erinnert, während der melancholische Refrain dem Midtempo-Rocker Tiefe verleiht. Höhepunkt des Albums ist das melancholische Just Another Broken Shell, das spartanisch instrumentiert beginnt und sich zu einem emotionalen Rausch zusammenbraut, das auch im Repertoire einiger anderer deutscher progressiv rockender Bands wie RPWL oder Sylvan ein Highlight wäre. Mit ihrem neuen Album melden sich LANFEAR eindrucksvoll zurück, bieten abwechslungsreichen und damit längerfristigen Hörgenuss. Es bleibt zu hoffen, dass sie endlich den Erfolg haben, den sie verdienen.