Zuletzt
mit dem Obskuria-Projekt positiv aufgefallen, legen LA IRA
DE DIOS jetzt ihr drittes reguläres Album Cosmos…Kaos…Destruction
vor. Es beginnt verhalten und nach den ersten, kurzen Sekunden
scheint ein stimmungsmäßig kohärenter Nachfolger
zu Archaeopterix möglich zu sein, das sich
ja in ausufernden, teils entspannten, teils hypnotischen Exkursionen
in Richtung Psychedelic, Blues, Hard-, Space- und Krautrock
erging. Doch bereits nach anderthalb Minuten wird man unsanft
aus dieser Erwartungshaltung gerissen, denn statt halbwegs gemächlich
durch Zeit und Raum zu reisen – gelegentliche Ausreißer
inbegriffen – geht es kopfüber in den Keller. Dorthin
wo die Stooges proben, einige Kellerräume entfernt von
Hawkwind der „Urban Guerilla“ Phase, in einem Bereich,
in dem ruppige Riffs, hingerotzter Gesang und schepperndes Schlagzeug
die Spielregeln bestimmen. Einige Soundeffekte verweisen zwar
auf die Spacerock-Affinität der peruanischen Band, doch
Keyboards spielen bestenfalls eine untermalende Rolle. LA
IRA DE DIOS sind komplett im ruppigen „Raw Power“
Areal gelandet, inklusive des verwaschenen Sounds, der durchaus
zu dieser Art Musik passt. Pausen werden kaum gemacht, es scheint
fast so, als hätte die Band den Ausflug mit Obskuria zum
Atem holen genutzt, um mit vorliegendem Album ausgeruht Vollgas
geben zu können. Auch wenn sich die Songs teilweise ähneln,
lässt ihre atemlose Lust beinahe staunen. Zwischen Stoner-,
Hard- und Spacerock wird wild gewütet, um dem gewählten
Titel zu entsprechen und den Cosmos mit Kaos
und Destruction zu überziehen. Die globale
Verwüstung bleibt aber aus, lediglich in Garage und Keller
müsste mal wieder aufgeräumt werden. Also, Anlage
voll aufdrehen und das Untergeschoss mit Schall leerfegen. Das
Album dafür ist bereits im Player.