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habe ich nun mit dem Schreiben dieser Kritik zugewartet, weil ich
ziemlich uneins war, was ich denn nun vom neuen Machwerk der deutschen
Formation, die schon längere Zeit zu meinen Favoriten gehört,
halten soll. Nun, für mich ist es eindeutig, dass LACRIMOSA
den einstweiligen Zenit ihres Schaffens mit Stille
erreicht hatten und seitdem langsam aber stetig abbauen. Elodia
war meiner Meinung nach schon etwas schwächer
als das herausragende 97er Album Stille.
Dazwischen kam noch die Live Doppel-CD, die noch einen Beweis dessen
darstellte, wie geil LACRIMOSA nicht rocken können.
Noch am Wave Gothik – Treffen 2000 überzeugte mich die
Band vollends mit ihrer mitreißenden Live-Performance, denn
sie schafften es auch live diese geniale Mischung aus gotischer
Melancholie und erfrischendem Rock-Feeling authentisch und wie aus
einem Guss umzusetzen. Nach dem (wie bereits erwähnt) immer
noch starken Elodia Output kam dann 2001
Fassade, das mich zum ersten Mal ein
kleinwenig enttäuschte. Irgendwie begann der Zauber ein wenig
zu schwinden. Auf der dazugehörigen Tour waren LACRIMOSA
zwar gut, an die 2000er Glanzleistung kam man aber bei weitem nicht
heran (siehe Livereview).
Und nun sind wir im Jahre 2003 angelangt und Lacrimosa veröffentlichen
Echos. Vorerst möchte ich anmerken,
dass mir eines dieser Fadeout-Promos vorliegt, aber ich denke es
ist genug Material zu hören, um mir ein klares Bild vom musikalischen
Weg zu machen, den LACRIMOSA nunmehr eingeschlagen
haben. Die ersten drei Nummern sind halbwegs gut anzuhören,
können aber keinesfalls mit Lacrimosa-Meilensteinen wie Seele
In Not oder Stolzes Herz mithalten. Song Nr. 4 Apart
ist ein Fall für die Skip-Taste. Leider werden manche Nummern
dann aber doch zu bald „abgewürgt“, als dass man
sich ein gutes Bild davon machen könnte. Track Nr. 7 Malina
ist einer der wenigen, bei dem die Gitarren einmal ein wenig „von
der Leine gelassen“ werden und ist durchwegs rockiger gehalten,
als der Rest der Kompositionen. Danach folgt mit Die Schreie
Sind Verstummt noch ein Requiem. Auch dieses kann man nicht
als schlecht bezeichnen, ABER das neue Material kann mit den älteren
Stücken einfach nicht mithalten. Nur hie und da flackert ein
kleinwenig des kranken Charmes auf, der die Band in ihren Anfangstagen
so unwiderstehlich machte. Viel zu selten keimen die kongenialen
Rockelemente auf, welche die Band z.B. bei Stolzes Herz so
gekonnt mit gotischen Klängen und klassischen Anleihen verwob.
Ich bin sicherlich keiner dieser „früher war alles besser“
Meckerer, aber im Falle von LACRIMOSA trifft diese
Aussage wohl zu einem Gutteil zu. Hier klingt mir irgendwie alles
ein wenig zu vorhersehbar, geradlinig und auch etwas zu poppig.
Natürlich ist Tilo nach wie vor ein großartiger, charismatischer
Sänger (...und Anne singt eben so, wie Anne immer singt...),
aber alles was man von ihm hört, hat er auf den bereits mehrfach
genannten Meisterwerken einfach besser gemacht. Es mag sein, dass
ich mit meiner Meinung alleine dastehe, aber so ist das nun mal
mit Meinungen.
Ich denke,
meine Ausführungen sind lange genug, um sich ein Bild über
Echos zu machen – die Scheibe
ist es auf jeden Fall Wert, beim Plattenhändler seines Vertrauens
angetestet zu werden. Danach kann immer noch jeder für sich
selbst entscheiden, ob er das Teil mag oder nicht. Von mir bekommt
das Album 6,5 Punkte. Zu wenig meint ihr? Jeder anderen Band hätte
ich wahrscheinlich ein kleinwenig mehr gegeben. LACRIMOSA
aber haben, im Vergleich zu Echos jedenfalls,
wirklich übermächtige Vorgängerwerke, an denen
sie sich zu messen haben. Punkt und aus.
Lacrimosa
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