Auf
ihrem neuen Album ist LAI in der Tat der große
Wurf gelungen. Endlich mit einer wirklich transparenten und
druckvollen Produktion versehen, funktionieren diesmal auch
die einzeln Stücke richtig gut.
Dabei geht das bewährte Konzept der "Konzeptlosigkeit"
hervorragend auf: die Clubkracher gehen tierisch in die Beine,
die ruhigen Stücke sind wunderbar schmachtend und traurig,
und die Electro-Pop-Nummern perlen nur so aus den Boxen. Hatte
man früher zuweilen noch das Gefühl, den einzelnen
Kompositionen würde manchmal noch irgend etwas fehlen,
so kommt dieser Eindruck bei Dann habe ich umsonst gelebt
nicht einmal auf. Ganz Gegenteil, jedes einzelne Stück
wirkt ausgereift und durchdacht, ohne dabei überfrachtet
oder konstruiert zu erscheinen. Ebenfalls zum positiven Eindruck
trägt der stark verbesserte Gesang bei, vor allem Sonja
Kirchhofer überrascht/ überzeugt mit einigen nicht
erwarteten Varianten und einem deutlich erweiterten Stimmumfang.
Es ergibt sich also ein insgesamt recht abwechslungsreiches
und doch sehr homogenes Album, welches seine Highlights in den
Tracks Judgement, Voiceless, Forgive Me und dem klassisch
interpretierten Dead Actor's Requiem hat.
Als Bonus findet sich noch eine gelungene akustische Version
des wohl bekanntesten LAI -Stücks, nämlich
Life Will Never Be The Same Again, bei der Sean Brennan
von London After Midnight es erfreulicherweise schafft, nicht
negativ aufzufallen. Als ob solche Mätzchen noch nötig
gewesen wären...