KRYPTERIA – Bloodangel’s Cry

 
Label: Synergy Records/EMI
Release: 19.01.2007
Von: Psycho
Punkte: 8/10
Time: 60:16
Stil: Symphonic Metal
URL: Krypteria
 
Surprise, surprise kann ich da nur sagen. Brachte ich den Namen KRYPTERIA irgendwie immer noch mit dem RTL-Hausfrauen-Ruhigstellungs-Programm in Verbindung, so muss ich nun in der Tat konstatieren, dass sich die Band zu einem mehr als ernstzunehmenden Faktor im Bereich des Gothic Metal gemausert hat.
Musikalisch eh an allen Fronten mehr als patent besetzt, hat man jetzt endlich auch kraftvolle und harte Songs zu bieten, die mich durchaus zu überzeugen vermögen. Schon der Opener All Systems Go hätte ich in dieser Form nicht erwartet; ich bin beinahe geneigt, von echtem Bangerfutter zu sprechen. Der Track hat richtig Tempo, ein geschmackvolles Riffing und natürlich das Markenzeichen der Band zu bieten: die Chöre. Diese kommen in jedem Stück vor, und normaler Weise wäre mir das bereits nach kurzer Zeit zu viel gewesen. Hier muss ich allerdings sagen, dass es der Band trotz gelegentlicher Übertreibungen sehr gut gelingt, diese Passagen einfach durchdacht und harmonisch in die Stücke zu integrieren. Dadurch klingt das Endergebnis meistens nicht so aufgesetzt pompös oder gar albern, so wie man es sonst sehr häufig attestieren muss.
Und Bloodangel's Cry verfügt über weitere starke Songs, die das Album aus der Masse herausragen lassen: da wären z.B. das etwas nach Savatage klingende The Promise, der atmosphärische Banger Time To Bring The Pain oder das schön schmissige Scream. Somebody Save Me stellt hingegen die ideale Single dar; ob das jetzt für die Güte des Songs spricht überlass euch mal besser selbst. Mit dem coolen I Can't Breath bzw. Dream Yourself Far Away finden sich aber auch im weiteren Verlauf noch gelungene Tracks, obwohl die Sache doch nach hinten raus etwas nachlässt. Vor allem die ruhigeren Nummern können da m.E. die hohe Messlatte nicht halten, sondern sind in meinen Augen meist zu klischeehaft ausgefallen.
Ein weiterer Nachteil von Bloodangel's Cry ist für mich die Tatsache, dass Sängerin Ji-In Cho zwar objektiv betrachtet alles richtig macht und an sich den Songs durchaus eine ordentliche Portion Leben einhaucht, mir an mancher Stelle einfach mal ein bisschen mehr Schmackes in der Stimme fehlt. So klingt der Gesang immer sehr sauber und glatt, aber das leider eben auch dann, wenn mal eine raue Nuance noch besser gewirkt hätte.
Dessen ungeachtet bleibt festzuhalten, dass KRYPTERIA ein mächtiges Album auf die Beine gestellt haben, welches sowohl Freunde des Gothic Metal als auch des epischen Heavy (oder sogar Power) Metal wird begeistern können. Ich zähle mich zwar zu keiner der genannten Gruppen, finde aber trotzdem, dass 8 Punkte hier völlig angemessen sind.