KORPIKLAANI – Tales Along This Road

 
Label: Napalm Records
Release: 21.04.2006
Von: Gunnar
Punkte: 8.5/10
Time: 46:05
Stil: Folk Metal
URL: Korpiklaani
 
Auch nicht gerade faul, die Herren KORPIKLAANI. Nur etwas mehr als 1 Jahr hat’s bis zum Erscheinen des Nachfolgers des genialen Voice Of Wilderness gedauert. Und man kann sagen, dass Tales Along This Road anders, aber um nichts weniger gut geworden ist. Das instrumentale Spektrum wurde u.a. um Akkordeon (Juha war ja schon seit längerem bei Konzerten für dieses Instrument zuständig und ist jetzt offenbar fix dabei) und Mandoline erweitert. Daneben gibt es mit Jarkko einen (ebenfalls schon von Konzerten her bekannten) neuen fixen Bassisten, da Arto nach seinem Militärdienst nicht mehr zur Band zurückgekehrt ist. Durch die neuen Instrumente ist leider das Geigenspiel von Hittavainen etwas in den Hintergrund gerückt, dafür kommt die Musik jetzt noch wesentlich humppa-mäßger daher als zuvor. Was ich besonders erfreulich finde: Fast die Hälfte der Texte sind in diesmal finnischer Sprache verfasst worden, während früher ja doch fast alle in Englisch war. Folk gehört für mich einfach in der Muttersprache der Interpreten gesungen. Bei der Nummer Rise kommen gar beide Sprachen zum Einsatz, zuerst getragene englische Strophe, dann entfesselter finnischer Refrain. Es geht dabei übrigens um eine Aufforderung an die nordischen Naturgeister, sich gegen das Christentum zu erheben. Der Überhit ist aber für meine Begriffe Väkirauta mit seinen Maultrommeln und seinem stark an Finntroll erinnernden Beat, während das eröffnende Happy Little Boozer zwar mitreißt und gut ins Ohr fährt, aber irgendwie doch auch ein bisserl billig wirkt. Empfohlen sei auch noch der flotte Lustausbruch Kirki, aber es wird eh jeder seine eigenen Schätze unter den Tales… entdecken. Nicht so toll finde ich allerdings das etwas schnulzige Under The Sun. Insgesamt kann man aber sagen, dass das Album durch die instrumentale Erweiterung einerseits und die härteren Gitarren und Beats andererseits sowohl mehr Folk als auch mehr Metal als die beiden Vorgänger ist. Die Hitdichte war allerdings auf The Voice Of Wilderness schon genau so groß. Auf alle Fälle wieder ein Pflichtkauf für jeden einzelnen Folk Metal – Anhänger.