Aussergewöhnlich
und eigenständig sind wohl die ersten zwei Worte die mir
zu diesem ganz speziellen Werk einfallen – und das natürlich
im positiven Sinn. Von KLABAUTAMANN habe ich
ja schon seit längerem nur Gutes gehört und nun, da
ich Der Ort endlich selber in der
Hand halte, kann ich den Gerüchten nur beipflichten –
hier handelt es sich um eine ganz besondere Band. Eine Band,
die mir wieder zu denken gibt, warum es Kategorisierungen wie
Black Metal geben muss, da diese Bezeichnung nicht mal ansatzweise
erfasst, was KLABAUTAMANN spielen. Gut, die
Grundstimmung und Atmosphäre erinnert an Black Metal, jedoch
wird immens viel mit genreunüblichen Stilelementen herumgewerkelt,
weswegen ich diese Klassifizierung nicht wirklich gutheissen
kann. Es wird eine enorme Vielfalt an Emotionen erzeugt: Während
die Songs stückweise vor Kraft und Energie strotzen, sind
sie an anderen Stellen fragil und bedächtig, man findet
sich bald in einem Gefühlschaos wieder, das sich durch
die gesamte Spieldauer von knapp 50 Minuten zieht. Während
es am Anfang doch etwas deftiger zur Sache geht, mäßigt
sich das Tempo mit Red Urn doch
beträchtlich und stellt October, das letzte Stück
quasi den kompletten Stilbruch, inklusive weiblichem Gesang,
der mich teilweise recht an Liv Christin erinnert, dar. Jeder
Song strotzt vor Ideenreichtum und Variabilität –
um dieses Album voll und ganz durchzuleben benötigt es
mehr als nur einige Durchläufe und einiges an Aufmerksamkeit
- für diejenigen, die es nicht als notwendig erachten mehr
Zeit für ein Album zu investieren, ist Der
Ort definitiv nichts. Mein großer Dank geht
an die Band, die mir beweist, dass es sich immer noch auszahlt
nach Perlen in der großen weiten Metalwelt umzusehen.