Schweineorgel,
kurz angerissene Wah-Wah Gitarren, holperiges aber vorantreibendes
Drumming – welcome back in the Sixties, man. Was sind
schon 40 Jahre im Leben eines Zockers? Gib’ KILROY!s
Debüt drauf und sie vergehen wie im Flug. Rückwärts.
12 Stücke in 33 Minuten , das klingt nach Punk, was irgendwie
hinhaut, wenn auch in der Frühform aus einer Garage in
den amerikanischen Suburbs Wer angesichts der Orgel Doors schreit,
hat nicht aufgepasst; hier sind die Seeds angesagt (unter Vermeidung
der Longtracks), bevorzugt bei einer Session mit den Beach Boys
auf Speed. Die B52’s waren bereits Ende der Siebziger
wesentlich innovativer bei der Verwendung ähnlicher Stilmittel,
warum also zaubert dieses Album trotz aller Rückwärtsgewandtheit
ein permanentes Grinsen auf’s Gesicht? Weil es unbeschwert
und wild ist, scheinbar unbelastet von irgendeinem Gedanken
an die Bürden der Vergangenheit. Hier wird drauflos gespielt
ohne einen Blick in den Kalender zu werfen, manches klingt vielleicht
ein wenig überholt, aber ein Song wie The Ballade [!]
Of Johnny Cool-Guy & The Chainsaw Girl hat tatsächlich
das Zeug zum Klassiker. Zumindest auf Retro-Parties. Macht einfach
Spaß. Es ist die perfekte Assimilation, als solche aber
außerordentlich gelungen. Und jetzt, zum Schluss, doch
noch die Doors: „Take it easy baby, take it as it comes“
– genauso sollte man an Introducing: KILROY
herangehen. Ein bisschen Wehmut im Herzen, ein wenig Tanzlust
im Körper und ein Haufen Nostalgie in vibrierenden Musikboxen.
Dann klappt’s auch mit KILROY! Surf’s Up
And Away...
PS.: Erwähnte ich eigentlich, dass die junge Band aus Schweden
kommt? Kein Respekt vor den Ahnen. Und das ist auch gut so.