Mr.
Peter Scheithauer dürfte als Mainman von Stream und Gitarrist
von Temple Of Brutality kein Unbekannter sein. Mit KILLING
MACHINE hat der Belgier nun eine weitere Band am Start,
welche die Bezeichnung „All Star“ wie kaum eine
zweite verdient hat. Die Posten hat der Schlaumeier alle mit
absolut hochkarätigen Profis besetzt. Als erstes hat sich
Herr Scheithauer Ex Helstar und Ex Seven Witches Sänger
James Rivera für das Mirko angeln können. Mit Dave
Ellefson und Jimmy De Grasso übernahm Scheithauer gleich
eine komplette Ex-Megadeth – Rhythmussektion. Last but
not least holte man Juan Garcia von Agent Steel als zweiten
Gitarristen an Bord.
Dass mit so einer Mannschaft wohl kaum was schief gehen kann,
ist genauso vorherzusehen wie die (leider) täglichen Nachrichten
von Bombenanschlägen im Irak. Und tatsächlich ist
es KILLING MACHINE unter der Führung von
Bill Metoyer gelungen, ein äußerst starkes 80er Jahre
Metal Album auf die Beine zu stellen. Vergleiche zu Iron Maiden,
Saxon und Dio, vor allem aber Judas Priest der frühen 80er
und dann der Painkiller-Ära sind nicht von der Hand zu
weisen. Schon einmal die Band nach einem Song der Judaspriester
zu benennen (nur in England wurde das Album Hell Bent For Leather
unter dem Namen Killing Machine veröffentlicht) ist richtungsweisend.
Der Opener Killing Machine klingt wie ein Bonus Track
der Painkiller CD, genauso wie In The Storm. Bei einem
der Highlights des Albums, Scarred In Black, standen
hingegen definitiv Judas Priests early 80ies als Paten. Die
Halbballade Redemption From Genocide klingt nach einer
guten Mischung von oben erwähnten frühen Priest und
Maiden mit modernen Einflüssen und stellt ebenso einen
der Höhepunkte des Outputs dar. Nur schade um den extrem
kitschigen, fast schon Backstreet Boys - artigen Chor. Dafür
wird der Hörer in Form eines erstklassigen Gitarrensolos
im Song mehr als nur entschädigt. Sogar gegen Schluss wird
das Album keinen Deut schwächer. Burn In The Wind
heißt das Stück, welches das Album abrundet und mit
den harten Riffs den sehr angenehmen Gesamteindruck bestätigt.
Wie oben schon erwähnt, besteht die gesamte KILLING
MACHINE – Mannschaft aus erfahrenen Vollblutmusikern.
Darin liegt auch die Stärke der Band. Könnte man ihnen
vom musikalischen her vorwerfen, sie covern nur 20 Jahre alte
Platten, so kann man nicht drum herum, den einzelnen Mitgliedern
technische Topleistungen zuzugestehen. Als ersten muss man (schon
wieder) James Rivera hervorheben, der einen sensationellen Job
geleistet hat und in den hohen Stimmlagen keinen Deut schlechter
klingt als Rob Halford zu seinen Glanzzeiten. Ein dickes Lob
auch an Basser Dave Ellefson und Drummer Jimmy De Grasso. Treibend,
robust und flexibel, die Rhythmiker der Band sind eine Mannschaft,
auf die sich jede Band verlassen kann. Und zu guter letzt die
beiden Gitarreros Garcia und Scheithauer. Auf ihr Kerbholz gehen
tonnenweise 80er Riffs, die aber zu keiner Zeit altbacken oder
langweilig klingen.
Alles Bestens also? Fast, aber nicht ganz. Irgendwie hab ich
das Gefühl, dass die Songs aus einer Feder stammen und
die restlichen Musiker dazugekommen sind, als die Tinte bereits
trocken war. Ein oder zwei Einflüsse von Außen hätten
die Platte etwas aufgelockert. Dies soll den Gesamteindruck
aber nur bedingt schmälern. Denn Metalmorphosis
ist ein Klasse Power Metal Album, das keinerlei Vergleiche mit
Primal Fears Devils Ground oder auch Priests Angel Of Retribution
scheuen muss.