KILLING MACHINE – Metalmorphosis

 
Label: Mausoleum Records
Release: 24.03.2006
Von: Stefano
Punkte: 8.5/10
Time: 42:03
Stil: Power Metal
URL: Killing Machine
 
Mr. Peter Scheithauer dürfte als Mainman von Stream und Gitarrist von Temple Of Brutality kein Unbekannter sein. Mit KILLING MACHINE hat der Belgier nun eine weitere Band am Start, welche die Bezeichnung „All Star“ wie kaum eine zweite verdient hat. Die Posten hat der Schlaumeier alle mit absolut hochkarätigen Profis besetzt. Als erstes hat sich Herr Scheithauer Ex Helstar und Ex Seven Witches Sänger James Rivera für das Mirko angeln können. Mit Dave Ellefson und Jimmy De Grasso übernahm Scheithauer gleich eine komplette Ex-Megadeth – Rhythmussektion. Last but not least holte man Juan Garcia von Agent Steel als zweiten Gitarristen an Bord.
Dass mit so einer Mannschaft wohl kaum was schief gehen kann, ist genauso vorherzusehen wie die (leider) täglichen Nachrichten von Bombenanschlägen im Irak. Und tatsächlich ist es KILLING MACHINE unter der Führung von Bill Metoyer gelungen, ein äußerst starkes 80er Jahre Metal Album auf die Beine zu stellen. Vergleiche zu Iron Maiden, Saxon und Dio, vor allem aber Judas Priest der frühen 80er und dann der Painkiller-Ära sind nicht von der Hand zu weisen. Schon einmal die Band nach einem Song der Judaspriester zu benennen (nur in England wurde das Album Hell Bent For Leather unter dem Namen Killing Machine veröffentlicht) ist richtungsweisend. Der Opener Killing Machine klingt wie ein Bonus Track der Painkiller CD, genauso wie In The Storm. Bei einem der Highlights des Albums, Scarred In Black, standen hingegen definitiv Judas Priests early 80ies als Paten. Die Halbballade Redemption From Genocide klingt nach einer guten Mischung von oben erwähnten frühen Priest und Maiden mit modernen Einflüssen und stellt ebenso einen der Höhepunkte des Outputs dar. Nur schade um den extrem kitschigen, fast schon Backstreet Boys - artigen Chor. Dafür wird der Hörer in Form eines erstklassigen Gitarrensolos im Song mehr als nur entschädigt. Sogar gegen Schluss wird das Album keinen Deut schwächer. Burn In The Wind heißt das Stück, welches das Album abrundet und mit den harten Riffs den sehr angenehmen Gesamteindruck bestätigt.
Wie oben schon erwähnt, besteht die gesamte KILLING MACHINE – Mannschaft aus erfahrenen Vollblutmusikern. Darin liegt auch die Stärke der Band. Könnte man ihnen vom musikalischen her vorwerfen, sie covern nur 20 Jahre alte Platten, so kann man nicht drum herum, den einzelnen Mitgliedern technische Topleistungen zuzugestehen. Als ersten muss man (schon wieder) James Rivera hervorheben, der einen sensationellen Job geleistet hat und in den hohen Stimmlagen keinen Deut schlechter klingt als Rob Halford zu seinen Glanzzeiten. Ein dickes Lob auch an Basser Dave Ellefson und Drummer Jimmy De Grasso. Treibend, robust und flexibel, die Rhythmiker der Band sind eine Mannschaft, auf die sich jede Band verlassen kann. Und zu guter letzt die beiden Gitarreros Garcia und Scheithauer. Auf ihr Kerbholz gehen tonnenweise 80er Riffs, die aber zu keiner Zeit altbacken oder langweilig klingen.
Alles Bestens also? Fast, aber nicht ganz. Irgendwie hab ich das Gefühl, dass die Songs aus einer Feder stammen und die restlichen Musiker dazugekommen sind, als die Tinte bereits trocken war. Ein oder zwei Einflüsse von Außen hätten die Platte etwas aufgelockert. Dies soll den Gesamteindruck aber nur bedingt schmälern. Denn Metalmorphosis ist ein Klasse Power Metal Album, das keinerlei Vergleiche mit Primal Fears Devils Ground oder auch Priests Angel Of Retribution scheuen muss.