Eigentlich
könnte man es sich einfach machen: die Band als Nu Metal
Act abstempeln, ein paar Worte darüber verlieren und fertig.
Dummerweise funktioniert das nicht, nicht mal, wenn man sich Mass.[down]–sin(drone.)
nur einmal anhört. Denn bereits beim ersten Run entdeckt
man viele Variationen und Facetten, die Nu Metal Poser gar nicht
erst auf die Reihe kriegen würden.
Nach knapp 3 Jahren gibt es mit Mass.[down]–sin(drone.)
das vierte Album der Engländer (Engländer?) die 1996
in Manchester gegründet wurden. Die ersten 3 Alben sind allerdings
komplett an mir vorbeigegangen.
Musikalisch wird die Band bereits vom Label als die Machine Head
Alternative angepriesen. Nun ja, ist nicht wirklich verkehrt,
denn neben ein wenig Fear Factory und Clawfinger findet man vor
allem Machine Head Tunes auf diesem Album. Aber keineswegs geklont!
KILL2THIS haben dennoch einen eigenen Stil!
Opener The Truth ... And Other Lies geht direkt brachial
nach vorne los. Der Gesang schockt allerdings bei den ersten Tönen,
relativiert sich dann aber. Der Nachfolger Frame By Frame
fängt ungewöhnlich leise und akustisch an, wechselt
dann aber zwischen heavigen und akustischen Passgagen hin und
her und hat eine recht melancholische Ausprägung. Sänger
Phillip Bretnall hat dafür eine ideale Stimme, die sowohl
extrem aggressiv aber auch herzzerreißend melancholisch
und emotional klingen kann. Bei diesem Song kommt auch eine Backgroundsängerin
mit orientalischen Touch zum Einsatz. Circles entpuppt
sich als dann als vollakustische Ballade mit Streichern. Die Tracks,
die direkt in die Fresse marschieren sind recht kurz, während
die anderen, in denen man akustische oder sonstige Elemente und
Variationen einbringt, schon über eine gewisse Distanz gehen.
Insbesondere Suburbanality, das glatte 10 Minuten in
die Waagschale wirft. Typhoid & Swans ist lediglich
ein 1 Minuten langes Interlude. Beim letzten Track Orowning
Syndrome wird nicht gesungen, stattdessen lässt man
einer Opernsängerin und massiven Streichern den Vortritt.
Das Stück ist nach 3 Minuten zuende, obwohl 7 Minuten angezeigt
werden: die letzten 2 Minuten werden mit Noise und einem verzerrten
Radiosender aufgefüllt.
KILL2THIS gehen auf Mass.[down]–sin(drone.)
äußerst geschickt und klug vor, halten immer die Balance
zwischen heavy Krachern und melancholischen Akustikparts. Die
Songs sind alle abwechslungsreich und werden nicht langweilig.
Abschließend sei darauf hingewiesen, das ich mich hier an
der Trackliste auf dem Promo orientiere. Die auf der offiziellen
Homepage präsentierte Trackliste ist eine andere, bis auf
die ersten 3 Songs, die stimmen überein.
Ein wirklich gutes Album, das den Vorschußlorbeeren gerecht
wird und KILL2THIS aus den Untergrund herausbringen
dürfte. Aber vielleicht sollte man sich nicht zu sehr auf
Machine Head verlassen.
Kill
2 This |