KILL 2 THIS – Mass. [down] – sin (drone.)
Label: Loudspeaker / PHD
Release: 05.05.2003
Von: Calani
Punkte: 7,5
 

Eigentlich könnte man es sich einfach machen: die Band als Nu Metal Act abstempeln, ein paar Worte darüber verlieren und fertig. Dummerweise funktioniert das nicht, nicht mal, wenn man sich Mass.[down]–sin(drone.) nur einmal anhört. Denn bereits beim ersten Run entdeckt man viele Variationen und Facetten, die Nu Metal Poser gar nicht erst auf die Reihe kriegen würden.
Nach knapp 3 Jahren gibt es mit Mass.[down]–sin(drone.) das vierte Album der Engländer (Engländer?) die 1996 in Manchester gegründet wurden. Die ersten 3 Alben sind allerdings komplett an mir vorbeigegangen.
Musikalisch wird die Band bereits vom Label als die Machine Head Alternative angepriesen. Nun ja, ist nicht wirklich verkehrt, denn neben ein wenig Fear Factory und Clawfinger findet man vor allem Machine Head Tunes auf diesem Album. Aber keineswegs geklont! KILL2THIS haben dennoch einen eigenen Stil!
Opener The Truth ... And Other Lies geht direkt brachial nach vorne los. Der Gesang schockt allerdings bei den ersten Tönen, relativiert sich dann aber. Der Nachfolger Frame By Frame fängt ungewöhnlich leise und akustisch an, wechselt dann aber zwischen heavigen und akustischen Passgagen hin und her und hat eine recht melancholische Ausprägung. Sänger Phillip Bretnall hat dafür eine ideale Stimme, die sowohl extrem aggressiv aber auch herzzerreißend melancholisch und emotional klingen kann. Bei diesem Song kommt auch eine Backgroundsängerin mit orientalischen Touch zum Einsatz. Circles entpuppt sich als dann als vollakustische Ballade mit Streichern. Die Tracks, die direkt in die Fresse marschieren sind recht kurz, während die anderen, in denen man akustische oder sonstige Elemente und Variationen einbringt, schon über eine gewisse Distanz gehen. Insbesondere Suburbanality, das glatte 10 Minuten in die Waagschale wirft. Typhoid & Swans ist lediglich ein 1 Minuten langes Interlude. Beim letzten Track Orowning Syndrome wird nicht gesungen, stattdessen lässt man einer Opernsängerin und massiven Streichern den Vortritt. Das Stück ist nach 3 Minuten zuende, obwohl 7 Minuten angezeigt werden: die letzten 2 Minuten werden mit Noise und einem verzerrten Radiosender aufgefüllt.
KILL2THIS gehen auf Mass.[down]–sin(drone.) äußerst geschickt und klug vor, halten immer die Balance zwischen heavy Krachern und melancholischen Akustikparts. Die Songs sind alle abwechslungsreich und werden nicht langweilig.
Abschließend sei darauf hingewiesen, das ich mich hier an der Trackliste auf dem Promo orientiere. Die auf der offiziellen Homepage präsentierte Trackliste ist eine andere, bis auf die ersten 3 Songs, die stimmen überein.
Ein wirklich gutes Album, das den Vorschußlorbeeren gerecht wird und KILL2THIS aus den Untergrund herausbringen dürfte. Aber vielleicht sollte man sich nicht zu sehr auf Machine Head verlassen.

Kill 2 This