KICK – New Horizon
 
Label: Majestic Rock
Release: 21.08.2004
Von: Dajana
Punkte: 7,5
Time: 47:15
Stil: Progressive Rock
URL: Kick
 

Der erste visuelle und hörbare Eindruck von KICK’s drittem Album New Horizon war der einer amerikanischen Boygroup mit Hang zu progressiven Rock mit Weichspülkonzentrat. Aber zum Glück täuscht der erste Eindruck oftmals, so auch hier...
Aus der Boygroup wird ein smartes britisches Trio, mit Hang zu progressiven gitarrenorientierten Rock in der Schnittmenge von Rush, Dream Theater und Fates Warning, nur eben in einer softeren Version.
Die elf Songs (plus japanischer Bonustrack) ergeben ein sympathisches Gebräu aus symphonischen (Opener Electric Storm), melancholischen (Give Me Something To Hold On To), rockigen und schmissigen Nummern (Forever Yours, Bone) und der obligatorische (semi)-Ballade Watch Me Fly.
New Horizon lebt dabei nicht nur von der beeindruckenden Stimme von Nick Workman, die irgendwie diesen Rush Anteil ausmacht, sondern auch von den scheinbar unerschöpflichen Songschreibe-Talenten des Bassisten Mikey Jones, der alle Songs im Alleingang geschrieben hat und der trotz der augenscheinlichen easy-listening-Musik kritische Texte zu verfassen vermag. Natürlich hat auch Gitarist Chris Jones seine glänzenden Parts, der mit seinen rockigen Riffs, Solos und kniffliger Fingerakrobatik den Songs erst den richtigen Drive verpasst. Allerdings ist – zumindest für mich - unklar, inwieweit Drummer und Keyboarder inzwischen in der Band involviert sind, oder ob sie eher die Statistenrolle eines Sessionmusikers belegen.
Insgesamt ein wirklich schönes Album, das aber noch weit von den (einst) bahnbrechenden und/ oder fesselnden Veröffentlichungen obengenannter Bands entfernt ist. Eher sitzen KICK hier zwischen zwei Stühlen, denn für die einen wird New Horizon zu melodiös und zu soft sein, für den kommerziellen Markt jedoch, sind die Jungs wieder zu eigenständig, progressiv und einfach zu gut. Für meinen Geschmack ist das Album vielleicht und bisschen zu glatt, dennoch bleibt New Horizon mit jedem erneuten Durchlauf mehr im Ohr hängen. Ein paar charismatische Ecken und Kanten mehr würden den Jungs in musikalischer Hinsicht sicher nicht schaden (und hier meine ich nicht, das die Briten härter werden müssten ...).
Bleibt zu hoffen, das sich KICK in der Hard Rock Szene dauerhaft ein sonniges Treppchen sichern können. Ich wünsch es ihnen!