Drei Jahre nach
der letzten Veröffentlichung Krek zeigt
sich das Quartett noch konsequenter in seiner Verbindung von
traditionellen BM-Elementen und einer intensiven Portion Rock'n'Roll.
Diese Symbiose geht aber in keinem Fall zu Lasten der Atmosphäre,
denn die ist kalt, bedrohlich und schwarz wie die Nacht, also
so, wie es sich für echten Black Metal gehört. Auf
der anderen Seite rockt, ja groovt Hundre År Gammal
aber auch ungemein, was nicht nur an der in der Regel eher
schleppenden Gangart, sondern ebenso an den immer wieder eingestreuten,
rock-artigen Riffs liegt. Zwar hat es in den letzten Jahren
bei vielen Bands einen derartigen Ansatz gegeben, doch KHOLD
gehen die Sache einfach am straightesten an, was für
einen echt knalligen "direkt-in-die-Fresse"-Effekt
sorgt.
Dass dabei trotzdem
die Abwechslung nicht zu kurz kommt, beweisen Kracher wie
das drückende Titelstück (mit teilweise originellem
Indie-Riffing), das mit Blast-Beats gewürzte Mester
og trell, das schleppend-doomige Forrykt oder das
fast schon punkige Villfaren. Da die restlichen Tracks
nicht schlechter sind, kommt während der gesamten, wenn
auch recht kurzen Spielzeit keine Langeweile auf. Außerdem
passen der erdige Sound und der guttural-knarzige Gesang perfekt
zu Stil und Konzept, so dass es eigentlich nichts zu meckern
gibt. Zu den Texten kann ich leider nichts sagen, da mein
Norwegisch über die Jahre nicht besser geworden ist...
Nur so nebenbei
konsumieren lässt sich das Album allerdings nicht, was
ich jedoch nicht unbedingt als Nachteil ansehe. 8 Punkte sind
da also allemal drin. Wer einfach mal finsteren BM abseits
der Norm hören will und dabei nicht unbedingt Wert auf
Geholze legt, ist mit KHOLD sicherlich nicht schlecht
bedient!