KELTGAR - Wintermist
Label: Uxicon Records

Release: Mai 2001

Von: Hoschi

Punkte: 5

Wenn elfen-/sirenenhafter Frauengesang im Metalbereich dir dieselben Schmerzen bereitet wie ein Zahnarztbesuch, dann wird es wohl besser sein, dieses Review zu überspringen und mit der nächsten fortzufahren.

Wintermist, das Debüt der belgischen Band KELTGAR, bietet davon nämlich mehr als reichlich und stellt sich somit selbst unverkennbar in die Gothic Metal Ecke mit (früheren) Theatre Of Tragedy oder Tristania. Nur deren Niveau erreicht KELTGAR leider nicht, obwohl man vor allem im instrumentalen Bereich Akzente setzen kann. Das ziemlich spannende Gitarrenspiel und die veträumten Keyboard- einlagen sind sogar sehr gut gelungen und wissen mal aggressiv, mal doomig träge zu überzeugen. Das Problem mit KELTGAR ist weitgehend die extrem hohe Frauenstimme, die sogar mir (normalerweise habe ich keine Probleme mit solchem Gesang) die Tränen in die Augen treibt. Vor allem bei My Kingdom will der Gesang irgendwie gar nicht in den Song reinpassen. Das dies nicht durchgehend so ist, beweist man z.B. bei The Gates To My Fantasy oder Nightly Liberation, bei dem sich der Frauengesang in mittleren Tonlagen bewegt und bei weitem besser zur Geltung kommt. Ansonsten kann man Wintermist in Sachen Härte, männlichem Grunzgesang, Atmosphäre und Spannung keine Vorwürfe machen.

Einen Meilenstein in Sachen Gothic/Doom Metal mit Frauengesang haben KELTGAR zwar sicher nicht abgelegt und an dem angesprochenen Kritikpunkt sollte man auch wirklich noch arbeiten, aber wer sich daran nicht stört, wird durchaus seinen Spass an Wintermist haben.

Keltgar