KEKAL – The Habit Of Fire

 
Label: Whirlwind Record
Release: 01.09.2007
Von: Joking
Punkte: 8/10
Time: 70:40
Stil: Progressive Fusion Metal
URL: Kekal
 
KEKAL stammen aus Indonesien, aber das hört man The Habit Of Fire kaum an. Auf ihrem sechsten Album präsentiert die Band eine Mischung aus – fast allem. Da werden diverse Metal Stile zumindest kurz skizziert, es gibt schrägen Elektro-Pop mit Stimmverzerrer, jazzige Einlagen und genug Psychedelika um angetörnt durch’s Weltall zu driften. So sehr sich das Konzept nach x-beliebigem Gemischtwarenladen anhört, so sehr funktioniert es als Ganzes. Denn die Songs werden zusammen gehalten durch eine konsequente und eigenwillige Melodik, die selbst durch brutale Ausbrüche nicht ausgelöscht wird.
Das erinnert von ferne ein wenig an Coheed & Cambria, vor allem aufgrund der hellen Stimmlage des Sängers Jeff Arwadi, der allerdings Claudio Sanchez (seinerseits bereits an Geddy Lee gemahnend) schneidende, aggressive Intonation nicht ganz erreicht. Viel mehr noch kommt einem die japanische Band Kenso in den Sinn, die eine progressiv rockende Ausrichtung mit dezent avantgardistischem Fusionjazz verbinden. Da finden sich auch KEKAL wieder, erweitert um eine ordentliche Portion Metal und zum Ende hin garniert mit trip-hoppiger Melancholie. Einzelne Lieder hervorzuheben fällt schwer, im Gesamtkontext des Albums sind sie am besten aufgehoben, am ehesten stechen die beiden letzten Songs, das vielschichtige A Real life To Fear About und das fast 15minütige Monster Escapism heraus. A Real Life To Fear About beginnt sanft, türmt dann aber einen fast postrockigen Soundwall auf und endet mit einem jazzigen Schlenker. Im finalen Song wird quasi das ganze Konzept des Album noch einmal wiederholt, wobei Metallisches nahezu ausgespart bleibt. Da begegnen sich Trip Hop, Gitarrenfiguren wie sie Steve Hackett oder Alex Lifeson spielen könnten, basierend auf einer düsteren Grundstimmung, die vielen New Art Rock Bands gut zu Gesicht stehen würde. Starker Ausklang eines starken Albums.