KEKAL
stammen aus Indonesien, aber das hört man The
Habit Of Fire kaum an. Auf ihrem sechsten Album
präsentiert die Band eine Mischung aus – fast allem.
Da werden diverse Metal Stile zumindest kurz skizziert, es gibt
schrägen Elektro-Pop mit Stimmverzerrer, jazzige Einlagen
und genug Psychedelika um angetörnt durch’s Weltall
zu driften. So sehr sich das Konzept nach x-beliebigem Gemischtwarenladen
anhört, so sehr funktioniert es als Ganzes. Denn die Songs
werden zusammen gehalten durch eine konsequente und eigenwillige
Melodik, die selbst durch brutale Ausbrüche nicht ausgelöscht
wird.
Das erinnert von ferne ein wenig an Coheed & Cambria, vor
allem aufgrund der hellen Stimmlage des Sängers Jeff Arwadi,
der allerdings Claudio Sanchez (seinerseits bereits an Geddy
Lee gemahnend) schneidende, aggressive Intonation nicht ganz
erreicht. Viel mehr noch kommt einem die japanische Band Kenso
in den Sinn, die eine progressiv rockende Ausrichtung mit dezent
avantgardistischem Fusionjazz verbinden. Da finden sich auch
KEKAL wieder, erweitert um eine ordentliche
Portion Metal und zum Ende hin garniert mit trip-hoppiger Melancholie.
Einzelne Lieder hervorzuheben fällt schwer, im Gesamtkontext
des Albums sind sie am besten aufgehoben, am ehesten stechen
die beiden letzten Songs, das vielschichtige A Real life
To Fear About und das fast 15minütige Monster Escapism
heraus. A Real Life To Fear About beginnt sanft, türmt
dann aber einen fast postrockigen Soundwall auf und endet mit
einem jazzigen Schlenker. Im finalen Song wird quasi das ganze
Konzept des Album noch einmal wiederholt, wobei Metallisches
nahezu ausgespart bleibt. Da begegnen sich Trip Hop, Gitarrenfiguren
wie sie Steve Hackett oder Alex Lifeson spielen könnten,
basierend auf einer düsteren Grundstimmung, die vielen
New Art Rock Bands gut zu Gesicht stehen würde. Starker
Ausklang eines starken Albums.