| Hinter dem
Namen KATAR verbergen sich zwei der populärsten
Musiker Russlands – Alex Kantemiroff (Rossonahaar, Stonehenge,
Tales Of Darknord, Der Gerwelt), welcher sich auf Paradigma
Digitized für die Vocals verantwortlich zeichnet
und Pattern Zero, der ebenfalls bei Rossonahaar und Stonehenge zu
Gange ist und bei KATAR das komplette musikalische
Umfeld (Gitarren, Bass, Keyboards, Synths und Drum-PC) inne hat.
Mit dem Sound
der Hauptbands hat Paradigma Digitized
jedoch nur wenig gemeinsam, viel mehr dominiert hier langsamer,
groovender Grind der Marke Dead zu V.I.P. Zeiten mit einem für
meinen Geschmack zu dominanten Touch aus Laibach-/Industrial-Elementen
der Marke Samael, Gloomy Grim oder auch Kovenant. Zwar zieht sich
durch das komplette Album ein roter Faden, sodass die Songs durchgehend
ähnlich geraten sind und somit das Wechselspiel zwischen
bedrohlichen Keyboardmelodien und kalten Elektro-Einsprengseln
als auch groovenden, harten Gitarrenriffs und größtenteils
treibendem Drumming sich meist die Waage hält. Jedoch scheinen
sich die beiden Musiker meiner Meinung nach zu oft im experimentellen
Gefrickel zu verlieren – man ist zwar ohne Zweifel talentiert,
aber an die technischen und künstlerischen Fähigkeiten
von Behemoth reicht man noch lange nicht heran und somit sollte
man es auch lassen, die polnischen Götter nachzuahmen zu
versuchen.
Im Grunde
genommen ist Paradigma Digitized ein
eingängiges Album, das zwar nicht ganz meinen Geschmack getroffen
hat, aber doch durchwegs zu überzeugen weiß –
hie und da verliert das Album jedoch ob der bereits angesprochenen
teilweise zu hoch angesetzten Latte etwas an Eingängigkeit.
Im Großen und Ganzen jedoch sind die teilweise balladesk-depressiven
Stücke hervorragend gelungen, unterstreichen die kalte, mechanische
Stimmung der Texte und des Artworks ausgezeichnet – wer
sich jedoch mit stimmungsvollen Industrial-Death nicht anfreunden
kann und lieber bei dem einen oder anderen Genre verhaftet bleibt,
sollte lieber die Finger davon lassen.
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