KARKADAN Utmost Schizophrenia
 
Label: Supreme Chaos Records
Release: 22.04.2004
Von: Psycho
Punkte: 8
Time: 43:19
Stil: Black Heavy Metal
URL: Karkadan
 

Eine echte Überraschung stellt für mich der zweite Longplayer des deutschen Fünfers KARKADAN dar, denn mit Utmost Schizophrenia ist der Band eine fast schon unheimliche Steigerung gelungen. Dabei wurden die bisherigen Trademarks nicht verworfen, sondern nur stilistisch und musikalisch besser ausgearbeitet, und herausgekommen ist dabei eine der besten Metal-CDs aus einheimischen Gefilden in diesem Jahr.
Selber beschreibt die Band ihren Stil als Black Heavy Metal, weil man sich in der Bandbreite zwischen Heavy und Black Metal bewegt, ohne sich dabei einengen lassen zu wollen. Das kann man auch durchaus so stehen lassen, wobei mich die Musik von der Stilistik und Atmosphäre her an die letzten Sachen von Thy Serpent erinnert, die ebenfalls nicht so richtig einzuordnen waren und trotzdem (oder gerade deswegen) total geniale Mucke gemacht haben. Ok, was die tieftraurigen Melodien und die unglaubliche Melancholie in den Stücken betrifft hatten die Finnen dann doch die Nase vorn, aber KARKADAN kommen dem schon recht nahe. Dafür sind die Deutschen eben einen Tick rockiger und damit Headbanger kompatibel, was live sicherlich nicht schlecht ist.
Bereits der Opener Passing Away ist eines der ersten Highlights, gefolgt von dem noch stärkeren On Your Knees. Auffällig hier die gut eingesetzten Akustikteile, die melodischen und doch hart nach vorne riffenden Gitarren, sowie die sehr songdienlich integrierten Breaks, die nicht nach 08/15 klingen, aber trotzdem die gelungene Atmosphäre aufrecht erhalten. Mit Faint schlägt das musikalische Pendel dann mit rasanter Tempoverschärfung in die Black Metal-Richtung aus, während die im Gegensatz zu früher sehr viel häufiger eingesetzten und für meinen Geschmack immer etwas kitschig klingenden Keyboards auf der gesamten CD deutlich zurückgefahren wurden und eigentlich nur beim bereits bekannten Track The Journey eine nennenswerte Rolle spielen.
Mit dem ebenfalls sehr geilen Sea Of Bitterness wird dieses hochklassige Album dann leider schon beendet, beim dem ansonsten auch spieltechnisch absolut alles im grünen Bereich ist. Die Produktion ist transparent und knackig ausgefallen, und Sänger R.B. zeigt sich als einer der versierteren Growler im Death Metal-Bereich.
Bleibt mir zum Schluss nur, dieser fulminanten Steigerung mittels 8 fetten Punkten meinen Respekt zu zollen und euch Utmost Schizophrenia wärmstens ans Herz zu legen!