Eine echte
Überraschung stellt für mich der zweite Longplayer
des deutschen Fünfers KARKADAN dar, denn
mit Utmost Schizophrenia ist der Band
eine fast schon unheimliche Steigerung gelungen. Dabei wurden
die bisherigen Trademarks nicht verworfen, sondern nur stilistisch
und musikalisch besser ausgearbeitet, und herausgekommen ist
dabei eine der besten Metal-CDs aus einheimischen Gefilden in
diesem Jahr.
Selber beschreibt die Band ihren Stil als Black Heavy Metal,
weil man sich in der Bandbreite zwischen Heavy und Black Metal
bewegt, ohne sich dabei einengen lassen zu wollen. Das kann
man auch durchaus so stehen lassen, wobei mich die Musik von
der Stilistik und Atmosphäre her an die letzten Sachen
von Thy Serpent erinnert, die ebenfalls nicht so richtig einzuordnen
waren und trotzdem (oder gerade deswegen) total geniale Mucke
gemacht haben. Ok, was die tieftraurigen Melodien und die unglaubliche
Melancholie in den Stücken betrifft hatten die Finnen dann
doch die Nase vorn, aber KARKADAN kommen dem
schon recht nahe. Dafür sind die Deutschen eben einen Tick
rockiger und damit Headbanger kompatibel, was live sicherlich
nicht schlecht ist.
Bereits der Opener Passing Away ist eines der ersten
Highlights, gefolgt von dem noch stärkeren On Your
Knees. Auffällig hier die gut eingesetzten Akustikteile,
die melodischen und doch hart nach vorne riffenden Gitarren,
sowie die sehr songdienlich integrierten Breaks, die nicht nach
08/15 klingen, aber trotzdem die gelungene Atmosphäre aufrecht
erhalten. Mit Faint schlägt das musikalische Pendel
dann mit rasanter Tempoverschärfung in die Black Metal-Richtung
aus, während die im Gegensatz zu früher sehr viel
häufiger eingesetzten und für meinen Geschmack immer
etwas kitschig klingenden Keyboards auf der gesamten CD deutlich
zurückgefahren wurden und eigentlich nur beim bereits bekannten
Track The Journey eine nennenswerte Rolle spielen.
Mit dem ebenfalls sehr geilen Sea Of Bitterness wird
dieses hochklassige Album dann leider schon beendet, beim dem
ansonsten auch spieltechnisch absolut alles im grünen Bereich
ist. Die Produktion ist transparent und knackig ausgefallen,
und Sänger R.B. zeigt sich als einer der versierteren Growler
im Death Metal-Bereich.
Bleibt mir zum Schluss nur, dieser fulminanten Steigerung mittels
8 fetten Punkten meinen Respekt zu zollen und euch Utmost
Schizophrenia wärmstens ans Herz zu legen!