Lange ist
es her, dass man was von KAPITULATION B.O.N.N.
gehört hat. Ziemlich genau sechs Jahre liegen zwischen
Blut und dem neuen Album Helden.
Nun ja, gut Ding braucht Weile, und endlich halte ich die neue
Scheibe in meinen Händen.
Wer jetzt denkt, dass die Hessen in die Jahre gekommen sind,
der wird schwer enttäuscht. Alle Trademarks der Band –
schnelle, punkige Songs mit Metal Schlagseite, Ohrwurmmelodien,
provozierender Gesang und kritische Texte – dröhnen
auch 2004 noch aus den Boxen. Wobei ich den größten
Unterschied zu früher an letztgenanntem ausmachen kann:
Die Aussagen sind subtiler, intelligenter, vielleicht auch etwas
erwachsener geworden, die teilweise etwas plakativen Parolen
älterer Songs wie Feuer oder Glashaus
findet man eigentlich gar nicht mehr. Dafür aber jede Menge
Ohrwürmer, wie das evtl. schon bekannte Willkür
(downloadbar auf der Homepage der Band), das schön punkige
White House, Erfahrungswerte (Hammer-Text!) und das
persönliche Freunde. Das Highlight aber ist der
Abschluss mit Wüstensohn. Ich wage mal zu behaupten,
dass dieser Song nach Der Pazifist der beste KAPITULATION
B.O.N.N. Song ever ist. Hut ab, meine Herren. Das entschädigt
dann auch für etwas schwächere Stücke wie Macht,
Wohlstandskinder oder Herz, die doch etwas
abflachen und einfach nicht so richtig zünden wollen. Alles
in Allem aber ein wichtiges Statement in einer Zeit, in der
man beim Betrachten der aktuellen Musikcharts schon nicht mal
mehr kotzen könnte, weil Bohlen & Co. selbst das nicht
mehr wert sind.