Vor Genuss
dieser Scheibe erst mal den Volume Regler auf 12 drehen! Faraday’s
Daydream muss man laut hören! Wie überhaupt
alle Hard Rock(-lastigen) Scheiben ... ;)
Die erste Langrille der Süddeutschen versprüht schon
mit dem Opener Vampire Vanity diesen unverkennbaren
80iger Charme und einen Gitarrensound, wie man ihn von Priest
oder Maiden her kennt. KAMINARI setzen sich
musikalisch genau in die Schnittmenge von klassischen 80iger-lastigem
Metal (NWOBHM) und Hard Rock, ohne sich jedoch genau festlegen
zu wollen. Meistens geht man direkt und ziemlich druckvoll nach
vorne los (Night Without Dawn, Philip Marlow), lässt
es aber auch mal ruhiger mit der akustischen Ballade Halfway
To Heaven oder dem schweren My Black Colors angehen
(das es auch noch als Bonus in der Radio Edit gibt). Selbst
die Produktion wurde dem 80iger Sound angepasst, ohne wirklich
verstaubt oder antiquiert zu wirken.
Allerdings hat die Sache – bei aller Liebe und Nostalgie
zu den 80igern – einen Haken: denn die Songs auf Faraday’s
Daydream bieten kaum Überraschungen. Das
hat mal alles schon mal gehört. Die Riffs sind bekannt,
die Texte einprägsam und mitsingtauglich, die Songs vorhersehbar.
Und spätestens nach dem dritten Durchlauf schalten die
Ohren schon mal auf Durchzug. Darüber hinaus ist Faraday’s
Daydream kein Album mit ausschließlich neuen
Tracks, denn hier findet man auch alle Stücke der selbstbetitelten
Debüt EP aus 2002 wieder.
Fazit: Das Album ist nicht von schlechten Eltern und der Sound
macht ungemein Laune. Jetzt ist es an der Zeit, sich eine eigene
Identität zu erspielen!