Hatten
mir bei den Vorgängern entweder Produktion oder Melodieführung
noch nicht so zugesagt, so ist dies bei dem vierten Output
der Amis glücklicherweise anders. Sänger Khan (Ex-Conception,
um die es im Übrigen sehr Schade ist) war hier erstmals voll
in das Songwriting involviert, und mit ihm scheint Gitarrist
Youngblood einen guten Partner gefunden zu haben, wenn es
ums Schreiben von tollen, eingängigen und sehr melodiösen
Songs geht. KAMELOT haben ihren Stil verfeinert, so
sind die wenigen Power Metal Elemente verschwunden und machen
jetzt symphonischen Teilen Platz. Weiterhin ist dieses Album
auch weniger progressiv, im Vergleich zu den Vorgängern, was
wieder einen Pluspunkt darstellt. Vergleiche mit Sonata Arctica
oder Blind Guardian sind nicht mehr so weit hergeholt, wie
noch auf dem Vorgängeralbum Siége Perilous,
das laut Labelaussage einen schlechten Endmix abbekommen hatte
und möglicherweise dadurch etwas hinter den Erwartungen zurück
blieb. Hier aber stimmt alles, was auch der Opener und auch
gleichzeitig Titelsong The 4th Legacy (nach dem Intro),
bestens beweist. Meiner Meinung nach, überhaupt der beste
Song den KAMELOT jemals geschrieben haben.
Der Qualitätspegel
bleibt über das ganze Album ähnlich hoch, egal ob balladesk
wie A Sailermans Hymn oder orientalisch angehaucht
wie auf Nigths Of Arabia, wo man sich am Titel denken
kann, was der Grundgedanke des Songs war, der auch dementsprechend
umgesetzt wurde. Die Musik ist schon für sich genommen sehr
stark, aber der über allem thronende Gesang von Roy Khan macht
The 4th Legacy erst zu dem Meisterwerk, das
es nun mal ist. Die Choreinsätze, das Cover und das Booklet
ist, wie üblich, sehr heroisch gehalten und rundet das Album
auch optisch sehr gut ab.
Waren
die Vorgänger schon gut bis sehr gut, so ist The 4th
Legacy das Meisterwerk KAMELOTs und somit jedem
Heavy Metal Fan wärmstens zu empfehlen. Man kann schon gespannt
sein auf das neue Album Epica ...
Fazit:
Ein Diamant in einem Berg aus Gold.