Mein
nächster Ausflug in den Progrock... eigentlich eine neue
Welt für mich, doch hat ein Kollege hier Interesse geweckt
mal etwas angeln zu gehen. KAIPA gibt es bereits
(mit einiger Unterbrechung von 18 Jahren zwischen 1982-2000)
seit 1973 sind also alte Hasen auf dem Progrock Spielfeld.
Vorneweg: Angling Feelings ist eine
bunte, melodische und sehr abwechslungsreiche, spannende Platte.
Mich erinnert sie an einige Stellen an Fates Warning zu Perfect
Symetry Zeiten, wenn diese damals einen Hang zu folkigen Jethro
Tull gehabt hätten.
KAIPA’s lange Geschichte ist von vielen
Besetzungswechseln geprägt, welche sicherlich auch dafür
sorgten, das ihre Platten auf gängigen Progrock-Seiten
im Internet sehr zwiespältig aufgenommen wurden. Den neuen
Platten wird kalte Kalkuliertheit vorgeworfen, die ich jedoch
nicht bestätigen kann. Vertrackte Songstrukturen, Soloduelle
zwischen Keyboard & Gitarre, männlicher und weiblicher
Gesang, genug und nicht zuviel Pathos, ne ordentliche Portion
dreckiger Seventies-Rock und ne kräftige Schlagseite Folk
sind hier Zutaten für einen kräftigen Cocktail, der
zwar anspruchsvoll und vertrackt ist, jedoch zu keiner Zeit
wie eine poliert angeberische oder unzugängliche Muckerplatte
klingt.
Zu den immer wieder vorgebrachten Vergleichen wie Ritual oder
den Flower Kings kann ich leider wenig sagen, mir jedoch gefällt
diese Platte. Über das gruselige Computerspiel Cover von
Angling Feelings decken wir jedoch
lieber den Mantel des Schweigens...
Anspieltipp: Die bunte und prall gefüllte Spielzeugtruhe
The Fleeting Existence Of Time.