JVP – Emotion

 
Label: Demo
Release: Februar 2005
Von: Ole
Punkte: -/-
Time: 13:20
Stil: Rock
URL: JVP
 

JVP – hinter diesem kryptischen Namen steht eine Band, die sich bereits 1997 im beschaulichen Landsberg am Lech gegründet hat. Ihre Mitglieder, so klingt es auf der aktuellen Demo CD Emotion jedenfalls heraus, machen ihren Job auch nicht erst seit gestern. Denn das, was Sängerin Birgit Bolsinger und ihre Jungs da abliefern, ist grundsolider Hard Rock mit Pop-Appeal: Eingängig und handwerklich überaus korrekt.
Aber damit hat es sich dann auch schon fast wieder. Die Titelwahl, nun ja, lässt nicht gerade auf viel Einfallsreichtum schließen. Klar ist alles schon mal dagewesen (hat eigentlich schon mal jemand alle Nummer mit The Power Of Love auf dem Etikett gezählt?!), aber: Purple Rain?! Sorry, Mädels, das ist schon zu stark besetzt.
Rein inhaltlich ist auf Emotion keine Kaskade eindringlicher Metaphern oder beißenden Sarkasmus‘ zu erwarten. Da reimt sich „higher“ auf „desire“ und die Quintessenz von Purple Rain lässt sich reduzieren auf „dance to the music, groove to the music“. Andere mögen das ganz toll finden oder einfach nicht so drauf achten. Geschmackssache.
Aber nicht zuletzt, was die musikalische Substanz angeht, wirkt die CD doch etwas handzahm. Zu dominante Distortion-Gitarren für Pop, zu schulmäßig für packenden Rock. Zu traditionelle Strukturen, um modern zu sein, zu wenig selbst-ironischer Umgang mit Klischees, um Retro zu sein. Fast scheint es, als hätte irgendwer den Solo-Gitarristen vor der Aufnahme in ein Pentatonik-Korsett gezwungen und mit aller Macht auf Wespentaille geschnürt: Unaufhörlich jappst nun der arme Mann gegen den Blues an und ringt verzweifelt, aber vergeblich um Luft. Schade.
Doch JVP, so scheint es, rollen das Feld lieber von hinten auf. Der abschließende Track Fire On Ice entfaltet, obwohl immer noch im Rahmen des konventionell Erwartbartbaren, direkt so etwas wie Charme: Melodische Vocals, cleane Strophen, verzerrte Refrains. Mainstream-Rock à la Melissa Etheridge. Klar kann man hier auch wieder die nicht immer ganz sauberen (weil gepressten) Gesangslinien monieren, aber unterm Strich dürfte sich hier wohl die künftig günstigste Marschrichtung für JVP zeigen: Nämlich schnurstracks voran auf der Mitte der Straße und die Untiefen der Subkulturen weiträumig umgangen. - Lieber konsequent normal als gewollt extrem.