JESUS ON EXTASY – Beloved Enemy

 
Label: E-Wave Records
Release: 02.05.2008
Von: Daniel
Punkte: 8/10
Time: 54:00
Stil: Industrialrock
URL: Jesus On Extasy
 
Ihr Debüt Holy Beauty schlug ein wie eine Bombe, live überzeugten sie auf der Mainstage des größten Szenefestivals, dem M’era Luna in Hildesheim, tausende von Fans und auch die Jahrespolls der Szenepresse räumten sie in der Kategorie Newcomer gnadenlos ab. JESUS ON EXTASYs Clubhit Assassinate Me trug einen guten Teil zum Erfolg bei. So konnten Chai und Dorian Deveraux, die beiden Köpfe hinter den Glam-Industrialrockern JESUS ON EXTASY, innerhalb kurzer Zeit eine beachtliche Fanbase aufbauen und bestimmt auch so manches Herz brechen. Nun schiebt die Band trotz etlicher Live-Gigs bereits nach nur knapp mehr als einem Jahr ihr zweites Fulltime-Album nach - das Musikbusiness ist heutzutage eben schnelllebig. Die Erwartungen an das neue Kind namens Beloved Enemy sind also hoch. Haben wir es hier etwa mit einem typischen Schnellschuss zu tun?
Beloved Enemy hat eine ganze Reihe von Veränderungen mit im Gepäck. Mit BJ haut endlich ein Drummer aus Fleisch und Blut auf die Felle und kein Drumcomputer, dessen Sound in der Vergangenheit oftmals nicht optimal zur Musik gepasst hat. Zum Zweiten klingt Beloved Enemy spürbar besser als sein Vorgänger Holy Beauty und auch musikalisch hat die nun fünfköpfige Band in der kurzen Zeit einen enormen Reifeprozess durchgemacht. Das Album klingt organischer, vielschichtiger, teilweise gar sperriger und songwriterisch wesentlich ausgefeilter - die elektronischen Elemente sind dieses Mal deutlich besser integriert. Coverversionen sind dieses Mal nicht mit dabei und auch einen Song wie Assassinate Me vom Debüt suchen wir vergeblich. JESUS ON EXTASY liefern mit Beloved Enemy keine bloße Kopie ihres Debüts ab sondern wagen gar kleinere Experimente.
Das erste Drittel geht sehr fluffig ins Ohr. Der Opener und Titeltrack Beloved Enemy macht gleich klar, in welche Richtung die Reise gehen wird - rockige und satte Gitarren plus eine eingängige Hookline, die elektronischeren Elemente stärker in den Hintergrund gerückt. Bei Stay With Me werden sich bestimmt wieder die Geister scheiden. Als noch poppigeres Pendant zu Nuclear Bitch vom Debüt erklimmt Sänger Dorian mit seiner Stimme ganz neuartige Höhenregionen - auch insgesamt hat sich sein Gesang deutlich verbessert und zeigt sich wesentlich variabler. Jedenfalls könnte diese erste Single-Auskopplung und definitiver Ohrwurm durchaus ein Hit werden. Das passende Video ist schon im Kasten. Die zweite Hälfte des Albums will anfangs nicht so recht ins Ohr. Erst nach mehreren Durchläufen offenbaren sich die Qualitäten von Songs wie Break You Apart. Bei Lies lassen JESUS ON EXTASY ordentlich Dampf ab und mit Church Of Extasy schenken sie ihren Fans die passende Partyhymne. Die Klavierballade Sometimes beschließt den sicherlich nicht minder erfolgreichen Nachfolger des Debüts - nicht nur für Fans ein Pflichtkauf, sondern alle Industrialrocker, denen der gewisse Glam-Faktor nicht fehlen darf, sollten dringend Probehören.