JESUSPROJECT – The Red Print

 
Label: Gods Child Music
Release: 28.09.2005
Von: Dusk
Punkte: 7/10
Time: 30:54
Stil: Hardcore
URL: Jesusproject
 
Tief durchatmen.... nochmal... pfuh!
(Stunden später) Also nochmal..."repeat".
(Tage später) Nee... nochmal...
(dann langsam) Moment mal...
Was die Belgier JESUSPROJECT hier vorlegen muss man sich mal bewusst und mit Absicht anhören.
Zunächst geht einem das elendige Screamo-Gekotze mächtig auf die Nerven. Der Typ nervt wirklich. Aber dann... einmal kommt der Punkt, wo man das ganze Album dermaßen chaotisch und verrückt hält, dass es wieder genial ist – bzw. wird! Nein, nein, man hört sich The Red Print nicht schön, sondern es reift wirklich erst nach etlichen Durchgängen (und längeren Pausen dazwischen) heran. Den Anfang macht ein irgendwie irreführendes Intro... (das heißt wirklich so...). Danach fängt die Stimme auch schon zu quälen an (Aurora). Obwohl man nach den ersten paar Durchgängen eine gewisse Gleichförmigkeit im Chaos der Songs kritisieren möchte, sollte man lieber öfter hinhören – wie gesagt: The Red Print muss man öfter hören bevor man es zu schätzen lernt.
Meiner Meinung nach sollte man mit Stone With A Bleeding Core (es geht nichts über ein gekonntes "aaaaaaaaaaaa-ooooooooooo-wwwwwwww" am Ende) und Paper's Serenade beginnen (wunderschöner Mitsing-Refrain, sehr schönes, eingängiges Gitarrenriff), sich langsam durch Cavern graben um über Aurora zu The Red Print und den anderen Songs zu gelangen.
Unnötig finde ich die nicht-musikalischen Einleitungen zu ein paar Stücken. Den letzten Track Qumran hätten sie sich auch sparen können: Epilog-Leiden unplugged – in der Wüste – kurz vorm Austrocknen – ich hab's bildlich vor mir.
Da der Bandname schon mal sehr plakativ klingt, ebenso wie der Labelname, wirft man argwöhnisch einen Blick auf die Texte, in Erwartung allerhand verherrlichendes Blabla zu lesen. Nun, in der Tat kann man Dinge herauslesen, hinein interpretieren oder auch nicht. Jedenfalls schreit uns der Sänger die Hardcore-Bergpredigt nicht wörtlich ins Ohr.
Als musikalische Einflüsse kann man Every Time I Die, Converge, The Mars Volta, Neurosis nennen. Aufgenommen wurde The Red Print in Tony Deblocks Midas Studio.
Als Bonus enthält die CD das Video zu Stone With A Bleeding Core.
Dass The Red Print die Massen anziehen wird, wage ich zu bezweifeln; dafür sind die Stücke wohl zu komplex und das ganze Album ist sowieso keinesfalls sofort verdaulich. Aber JESUSPROJECT arbeiten daran, "von der Dunkelheit ans Licht" zu langen (sehr geile Promotion von Gods Child :D ). Viel Glück!