Pale
Sketches ist kein reguläres Album (was mich aber
auch nicht gewundert hätte, wenn man mal so schaut, was
JESU in diesem Jahr schon veröffentlicht haben...),
sondern eine Zusammenstellung von bis dato unveröffentlichten
Tracks aus der gesamten Schaffensperiode von JESU (2000-2007),
die bisher einfach nicht auf eines der Veröffentlichungen
passen wollten. Warum – ich hab keine Ahnung, denn keines
dieser Tracks ist auch nur ansatzweise makelbehaftet oder divergiert
stilistisch zu sehr vom anderen Material. Pale Sketches
bildet lediglich zur zeitgleich veröffentlichten EP Lifeline
einen Kontrast, da diese sehr Shoegaze-beeinflusst ist.
Auf Pale Sketches sind die Songs - eben wie man
das sonst von JESU kennt - ein wenig harscher, droniger,
wurzeln irgendwo im Trip- und Post Rock. Natürlich fesselt
einmal mehr das unverkennbare Gitarrenspiel von Justin Broadrick
und sein melancholisch schöner Gesang, der exzellent zu
den Stimmungen seiner Musik passt.
Jeder Song nimmt gefangen, entführt und macht es mir schwer,
etwas Brauchbares niederzuschreiben, da ich mich sofort wunderbar
in die Musik fallen lassen kann und irgendwo ganz woanders mit
den Gedanken bin ;)
Schon der Opener Don’t Dream It hypnotisiert schlichtweg.
Er ist minimalistisch angelegt, besteht nur aus einem griffigen
Hook und einer Mantra-gleich gesungenen Textzeile; ein stilistisches
Mittel, das Justin Broadrick gerne und immer wieder benutzt,
so auch bei Can I Go Now oder Supple Hope. Wash
It All Away, Tiny Universe und Dummy sind
hingegen reine Instrumentalstücke, wobei Dummy zusammen
mit Supple Hope die Highlights auf Pale Sketches
sind. Aber ob nun mit oder ohne Gesang, die Klanglandschaften,
die um die minimalistische Instrumentierung gewoben wurden,
sind immer dicht, intensiv und trotz des experimentellen Ansatzes
immer harmonisch und in sich schlüssig, selbst in der Zusammenstellung
auf dieser Kompilation.
Pale Sketches ist eine wunderbare Ergänzung
zum JESU Katalog!