JARBOE – Mahakali

 
Label: Season Of Mist
Release: 13.10.2008
Von: Dajana
Punkte: 8.5/10
Time: 72:03
Stil: Experimental
URL: Jarboe
 
Nach vielen Eigenproduktionen veröffentlicht JARBOE mal wieder ein Album regulär über ein Label, das dann auch überall erworben werden kann.
Auf Mahakali führt JARBOE musikalisch fort, was sie mit der Magick-Trilogie, insbesondere der Magick For Prudence begonnen hat. Inhaltlich steht Mahakali unter dem mächtigen Banner selbiger Göttin, in all ihren Facetten und Personifizierungen, sei es als Tod, Shiva, Zeit oder auch der Realität und da lässt sich musikalisch ein weites Feld abdecken. Perfektes Terrain für die Performancekünstlerin.
Die Grundstimmung auf Mahakali ist düster, partiell böse. Die Gitarren sind drei Etagen tiefer gestimmt, manchmal dronig und monoton, manchmal brutal und riffbetont. Tribalartige Drums vermitteln ein Gefühl von hitziger Schwüle und religiöser Entrücktheit, wie bei einer buddhistischen Zeremonie. Mahakali ist vielschichtig in seinen Elementen, aber einfach in seinem Aufbau. Neben den schamanischen Klängen und den Akustikpassagen gibt es auch depressive Streicherarrangements und manchmal wird es episch und soundtrackartig.
Einige Stücke sind nur kurze Zwischenspiele, Instrumentale, andere Originale oder re-mixte Versionen aus der Magick-Triologie, einige sind neu. Bornless klingt derweil vielleicht ein bisschen arg überspannt, was den Gesang angeht, und dürfte nicht jedermanns Sache sein, ebenso manche disharmonische Passage. Aber wer JARBOE kennt, weiß, das muss bei ihr so sein, und es passt ja hervorragend zum Kontext.
Dafür überraschen die beiden Gastsänger Attila Csihar und Phil Anselmo. Ersterer hat wohl nie so böse gesungen, wie bei The Soul Continues, und dabei soviel Spass gehabt. Phil wiederum singt ungewohnt sensibel beim akustischen Overthrown, hätte ich so nicht erwartet.
Mahakali ist unglaublich intensiv, geht unter die Haut und ist irgendwie bewusstseinserweiternd... Musik als Droge. Über dem gesamten Album hinweg strahlt JARBOE eine unglaublich beängstigende, ehrfurchtgebietende Präsenz aus. Diese Frau macht einem Angst und ist die perfekte Inkarnation.
Die Produktion ist um einiges besser, als auf der Magick-Triologie, trotzdem hab ich manchmal den Eindruck, dass insbesondere die Gitarren (bewusst?) übersteuert wurden.
Mahakali gibt es normal als Digipack, wer mehr will, lege sich die Pandora Box zu mit den limitierten Alben für Europa und den USA, auf den teilweise Bonusmaterial zu finden ist und eine limitierte Website-only CD.