Nach
vielen Eigenproduktionen veröffentlicht JARBOE mal
wieder ein Album regulär über ein Label, das dann
auch überall erworben werden kann.
Auf Mahakali führt JARBOE musikalisch
fort, was sie mit der Magick-Trilogie, insbesondere der Magick
For Prudence begonnen hat. Inhaltlich steht Mahakali
unter dem mächtigen Banner selbiger Göttin, in all
ihren Facetten und Personifizierungen, sei es als Tod, Shiva,
Zeit oder auch der Realität und da lässt sich musikalisch
ein weites Feld abdecken. Perfektes Terrain für die Performancekünstlerin.
Die Grundstimmung auf Mahakali ist düster,
partiell böse. Die Gitarren sind drei Etagen tiefer gestimmt,
manchmal dronig und monoton, manchmal brutal und riffbetont.
Tribalartige Drums vermitteln ein Gefühl von hitziger Schwüle
und religiöser Entrücktheit, wie bei einer buddhistischen
Zeremonie. Mahakali ist vielschichtig in seinen
Elementen, aber einfach in seinem Aufbau. Neben den schamanischen
Klängen und den Akustikpassagen gibt es auch depressive
Streicherarrangements und manchmal wird es episch und soundtrackartig.
Einige Stücke sind nur kurze Zwischenspiele, Instrumentale,
andere Originale oder re-mixte Versionen aus der Magick-Triologie,
einige sind neu. Bornless klingt derweil vielleicht ein
bisschen arg überspannt, was den Gesang angeht, und dürfte
nicht jedermanns Sache sein, ebenso manche disharmonische Passage.
Aber wer JARBOE kennt, weiß, das muss bei ihr so
sein, und es passt ja hervorragend zum Kontext.
Dafür überraschen die beiden Gastsänger Attila
Csihar und Phil Anselmo. Ersterer hat wohl nie so böse
gesungen, wie bei The Soul Continues, und dabei soviel
Spass gehabt. Phil wiederum singt ungewohnt sensibel beim akustischen
Overthrown, hätte ich so nicht erwartet.
Mahakali ist unglaublich intensiv, geht unter
die Haut und ist irgendwie bewusstseinserweiternd... Musik als
Droge. Über dem gesamten Album hinweg strahlt JARBOE
eine unglaublich beängstigende, ehrfurchtgebietende Präsenz
aus. Diese Frau macht einem Angst und ist die perfekte Inkarnation.
Die Produktion ist um einiges besser, als auf der Magick-Triologie,
trotzdem hab ich manchmal den Eindruck, dass insbesondere die
Gitarren (bewusst?) übersteuert wurden.
Mahakali gibt es normal als Digipack, wer mehr
will, lege sich die Pandora Box zu mit den limitierten Alben
für Europa und den USA, auf den teilweise Bonusmaterial
zu finden ist und eine limitierte Website-only CD.