Nach vier
viel zu langen Jahren der Abstinenz kann man sich als JANUS-Fan
eigentlich nicht beklagen, gibt es doch nun gleich drei neue
Silberlinge der hessischen Perfektionisten zu erforschen. Neben
dem regulären Album Auferstehung
und der dazugehörigen Bonus-CD Kleine Ängste
findet sich da nämlich auch noch ein Hörspiel bzw.
–buch namens Kleine Ängste,
nach einem Drehbuch von Rig und den Motiven des gleichnamigen
neuen Feder und Schwert-Rollenspiels realisiert.
Viel von JANUS gibt es hier aber nicht zu hören;
lediglich die musikalische Untermalung und die verschiedenen
Geräusche dürften aus dem Nachtschicht-Studio stammen,
sind aber im Allgemeinen sehr im Hintergrund gehalten und dienen
nur dazu, die jeweilige Atmosphäre der einzelnen Passagen
entsprechend zu untermalen. Umso mehr Raum bleibt so für
den bekannten Sprecher Reinhard Schulat, der mit hörbarer
Lust an der erzählten Geschichte der Figur der kleinen
Dolores fast schon beängstigendes Leben einhaucht. Wobei
die Geschichte selber einen guten Eindruck vermittelt, worum
es bei diesem Rollenspiel geht; im Gegensatz zu den klassischen
Sachen in diesem Bereich sind die Spieler hier nämlich
nicht die strahlenden Fantasy-Helden oder düsteren Prinzen
der Nacht, sondern vielmehr kleine Kinder, die sich ihren ureigensten
Ängsten stellen müssen. Was, wie auch hier sehr intensiv
umgesetzt wird, eine ganz schön gruselige Sache sein kann...
Dabei ist die Geschichte fesselnd, interessant und spannend
und lässt sich auch gut mehrere Male anhören, ohne
dass es irgendwie langweilig werden würde. Auch bei diesem
quasi selbst finanzierten und nicht über die Plattenfirma
vertriebenen Nebenprodukt des letzten Albums ist also die typische
JANUS-Qualität gewährleistet. Die
einzelnen Kapitel beziehen sich dabei auf die jeweiligen (und
gleichnamigen) Stücke der Kleine Ängste
Bonus-CD, was dem Hörer zusätzliche Querbezüge
ermöglicht.
Für den Fan sollte daher eine Anschaffung Pflicht sein,
das Hörspiel kann aber auch als Stand alone-Produkt in
jeder Hinsicht überzeugen.