JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE – Früher war auch nicht alles gut

 
Label: Bastardized Recordings
Release: 04.09.2006
Von: BRT
Punkte: 10/10
Time: 64:36
Stil: Grindpunk
URL: Japanische Kampfhörspiele
 
Kritische Selbsteinschätzung, der Titel dieser Platte??? Diese Werkschau der alten JAKA Veröffentlichungen wird zumindest dem Titel nach absolut nicht gerecht, denn mag der Sound der alten Sachen nicht unbedingt die Qualität der neuen Release erreichen, die Qualität der Songs war schon damals sehr gut.
Das heißt, humorvoller grindiger Punk, chaotischer Hardcore und ne ordentliche Schippe Death Metal aus den guten Anfangstagen derselben, bieten eine gute Grundlage um die Nachbarschaft zu verwüsten und sich die Bullen an die Haustür zu holen.

Diese 33 Songs (davon 4 unreleased) wurden zwischen 1998 und 2002 aufgenommen, sind inzwischen ausverkauft und um den Authentizitätsgrad nicht zu verfälschen, wurden sie weder neu gemischt noch neu gemastert.

Die alten Aufnahmen waren:
Le Menu de l'Autopsie des Gagnats du Grandprix (1999)
Gott ist Satt (2000)
Sektion Jaka (1998)
Transportbox für Menschen (2000)
Nostradamus in Echtzeit (2001)
Oslo (2000)
Die Grossstadt stinkt ist laut und septisch (2001)

Die 4 Demosongs wurden 2002 aufgenommen.

Wie gesagt, qualitativ rockt auch das alte Zeuch wie Hölle, geht nach vorne wie der dumme Schumacher und das natürlich recht gnadenlos.

Jede Menge Spielereien finden sich dazwischen, ansonsten wird gebreakt ohne Ende, unzählige Riffs an noch unzähligere Riffs gehängt, Zitate eingespeist und natürlich ein Haufen kurioser lyrische Entgleisungen dem Hörer an den Kopf geworfen (z.B. „...gut das es keinen TÜV gibt für Musik“... lass ich jetzt mal unkommentiert ;-)).

Aus 33 Songs ein Highlight herauszusuchen, bei einer solch hohen Qualität ist natürlich ne Qual, mir gefallen vor allem die Songs des Sektion Jaka Tonträgers am besten... warum? Sind von all den Stücken irgendwie am originellsten, abwechslungsreichsten und musikalisch am spannendsten.
Die Demos von 2002 machen auch ne Menge Laune und geben schon das vor, was später auf dem grandiosen Longplayer Hardcore aus der ersten Welt zur Perfektion getrieben wurde.

Okay, für Death Metaller der Sorte Six Feet Under oder den ganzen alten Schwedenrockern um Entombed ist das hier wohl eher nichts, Soundfetischisten könnten hier einiges bemängeln, aber alle anderen, die kompromisslos nach vorne gehende, anspruchsvolle und abwechslungsreiche Todeswurst-Musik am Kopp haben können, können an JAKA sowieso nicht vorbeigehen.

Vergleiche brauchen JAKA sicher nicht zu scheuen, einfallen tun mir aber auch keine plausiblen.

Wenn das live so rüberkommt, wie es auf Tonträger angedeutet wird, dann Prost und Gute Nacht den Bands die danach auftreten müssen.

Toll! 10 Punkte!