Nachdem
die letzte Platte von JKH Hardcore
aus der ersten Welt schon der absolute Hammer
im punkig-überdrehten Hardcore Hystereo-Death-Metal (???
:-)) war, legen sie schnell mit einer Cover EP nach, die es
musikalisch auf jeden Fall mal wieder in sich hat. Natürlich
lässt sich über den Sinn und Unsinn und die künstlerische
Relevanz von Coverplatten streiten bis das Blut fließt,
für mich macht eine solche Platte nur Sinn, wenn derjenige
Interpret den zu covernden Versionen seinen Stempel aufdrückt
und sie nicht Eins-zu-Eins nachspielt.
Das ganze Dingen hier hat somit auch einen Nachteil, JKH
haben den Songs etwas zu sehr ihren Stil aufgezwängt, da
hier alles im "Volle-Breitseite" Stil abgeht, die
Abwechslung also etwas auf der Strecke bleibt. Andererseits
haben wir es mal wieder mit einer technisch absolut hochklassigen
Platte zu tun, so dass man dieses Manko verschmerzen kann. Hier
herrscht abgedrehte Destruktivität, konstruktive Hysterie
und chaotische Debilität.
Aber, wie zu erwarten gibt es da Licht und Schatten. Manche
Bands sollte man halt nicht covern, da sich schon Legionen von
anderen Bands damit ganz übel auf den Bart gelegt haben,
oder es halt schwer ist, gewisse Atmosphären einzufangen.
Die Songs
einzeln :
DIE
GOLDENEN ZITRONEN (Diese Menschen sind halbwegs
ehrlich): großartig, absolutes Highlight gleich zu
Beginn, der harsche und beißende Spott der Goldenen Zitronen
wurde genial umgesetzt.
FASAGA (Pogo in der Straßenbahn):
Crustcore-Kracher mit Breaks ohne Ende, sehr cool.
EXTRABREIT (Es tickt): straightester
Song, etwas unspektakulär.
FUNNY VAN DANNEN (menschenverachtende Untergrundmusik):
der Titel beschreibt es, großartige Version.
EA 80 (Der Mord fällt aus): die
depressiv-düstere und einzigartige Atmosphäre der
kultigen Mönchengladbacher einzufangen ist leider ganz
und gar gescheitert. Sehr schade; musikalisch trotzdem natürlich
klasse.
TOCOTRONIC (Ich verabscheue euch...):
straight, schnell, punkig aber etwas unspannend.
EISENVATER (Der Greuel): Death-Metal
zwischen Celtic Frost, Godflesh und Gekloppe ... zwiespältig,
kein besonderer Song, spielerisch dagegen super.
TRIO (Kummer): Slow-Motion Doom, langsamer
geht’s nimmer, super!
Wie zu erwarten
waren auch ein oder zwei Ausfälle (TOCOTRONIC,
EXTRABREIT) dabei, sowie ein "so sollte
man nicht versuchen" (EA 80); aber der
Großteil der Songs ist hörbar bis super. Kurzweilige
Unterhaltung. Mich hätten da ein oder zwei andere Bands
gecovert interessiert, als Kontraste sozusagen (Neubauten ...zum
Beispiel) aber das ist natürlich auch sehr gewagt bis verboten.