JACK
BLADES‘ Gästeliste liest sich wie das „Who
Is Who“ des amerikanischen Radio-Rocks der 80er Jahre: Tommy
Shaw von Styx zupfte die Gitarre, ebenso wie Neal Schon von Journey
und Michael Lardie von Great White. Wen wundert’s, schließlich
ist BLADES ist als Sänger der Damn Yankees
selbst kein unbeschriebenes Blatt.
Dementsprechend strotzt sein selbstbetiteltes Solo-Debüt
nur so vor erdigen Gitarren-Akkorden. Gut, die Anfangsakkorde
des Openers Sea Of Emotions muten schon ein bißchen
an wie ein Remake von Brian Adams‘ Run To You und auch die
Ballade Alone Tonight erweckt den Eindruck, der gute
Jack wollte es auf Teufel komm raus mit dem verblassten Ruhm des
Kanadiers hinterher ziehen. Doch zum Glück zerstreut sich
dieser Eindruck oft genug spätestens zum Refrain, in dem
die solide Rock-Basis durch dichte Background-Vocals aus den Höhen
gestützt wird. Als Soundtrack für einen relaxten Sonntagnachmittag
sei an dieser Stelle Sometimes You Gotta Have Faith empfohlen.
Launig säuselt sich BLADES durch die Strophen,
um im Refrain – durch druckvolle Harmonien und Background
unterstützt – und schon fast unverschämt positiv
sein I Believe In Love unaufdringlich in den Raum zu
stellen.
Wenn auch weniger aufmunternd, so sollte auch das letzte Stück
Nature’s Way so manchen Fuß zum Wippen bringen.
In Tracks wie Who You Want To Be, Someday oder
Breaking It Down offenbart BLADES sein
scheinbares Faible für Country-orientierten Rock im Stile
eines Tom Petty oder auch George Harrison. Einen Schritt in die
Retro-Rock-Ecke unternimmt er hingegen mit dem knackigen Riff
in Top Of The World – Led Zeppelin lässt grüßen...
Alles in allem ein sehr entspanntes Rock-Album, das einmal mehr
BLADES‘ songwriterisches Talent und Gespür
für groovige Strukturen unter Beweis stellt.
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