ISLAND – Orakel

 
Label: Vendlus Records
Release: 19.02.2008
Von: Joking
Punkte: 7/10
Time: 52:20
Stil: Progressive Death Metal
URL: Island
 
Das vorliegende Album ist eigentlich keine Novität, sondern die remixte und remasterte Wiederveröffentlichung der beiden EPs Island und Orakel auf einem Longplayer (wobei vor allem die Stücke vom namenlosen Erstling trotz Bearbeitung recht drucklos und blass klingen). Warum auch nicht, passen beide Veröffentlichungen doch gut zusammen und ergeben gemeinsam eine leidlich lange CD. ISLAND spielen eine Mixtur aus dunklem Death Metal mit durchschnittlichen Growls und einer progressiven Variante, die sich bis in fragile, jazzige Randbereiche vorwagt. Dabei gelingen die progressiven, dezenten Teile besser als das vorpreschende Wüten über den unkorrekten Lauf der Welt. Nicht, dass der Death-Metal-Part schlecht wäre, aber er ist eher durchschnittlicher Natur, während die melodischen und ruhigen Momente bleibenderen Eindruck hinterlassen. Opeth als großes Vorbild liegt einem natürlich auf der Zunge, während Orakel im Player läuft, doch von deren wohl austariertem Spiel und der inneren Geschlossenheit eines umfangreichen Klanguniversums, sind ISLAND noch einiges entfernt. Die fein ziselierten, akustischen Momente wie im Titellied stehen recht beliebig neben den harten Parts (Journey Through The Jewel) und ergeben nicht unbedingt eine stimmige Einheit. Das die Bonner Band auch anders kann, zeigt der Song Ueber dem Thal, in dem das Wechselspiel zwischen hart und zart weit besser gelingt, als in den anderen Stücken. Insgesamt eine empfehlenswerte CD, denn die spannenden Momente überwiegen die eher Vernachlässigenswerten. Laut Presse-Info soll ISLANDs nächstes Langwerk, das noch dieses Jahr erscheint, die Band von einer „different more softer and mellow side“ zeigen. Wenn die guten Ansätze, die Orakel zweifelsohne aufzuweisen hat, weiter ausgebaut werden, dürfte uns ein Highlight erwarten.