Das
vorliegende Album ist eigentlich keine Novität, sondern
die remixte und remasterte Wiederveröffentlichung der beiden
EPs Island und Orakel auf einem
Longplayer (wobei vor allem die Stücke vom namenlosen Erstling
trotz Bearbeitung recht drucklos und blass klingen). Warum auch
nicht, passen beide Veröffentlichungen doch gut zusammen
und ergeben gemeinsam eine leidlich lange CD. ISLAND
spielen eine Mixtur aus dunklem Death Metal mit durchschnittlichen
Growls und einer progressiven Variante, die sich bis in fragile,
jazzige Randbereiche vorwagt. Dabei gelingen die progressiven,
dezenten Teile besser als das vorpreschende Wüten über
den unkorrekten Lauf der Welt. Nicht, dass der Death-Metal-Part
schlecht wäre, aber er ist eher durchschnittlicher Natur,
während die melodischen und ruhigen Momente bleibenderen
Eindruck hinterlassen. Opeth als großes Vorbild liegt
einem natürlich auf der Zunge, während Orakel
im Player läuft, doch von deren wohl austariertem Spiel
und der inneren Geschlossenheit eines umfangreichen Klanguniversums,
sind ISLAND noch einiges entfernt. Die fein ziselierten,
akustischen Momente wie im Titellied stehen recht beliebig neben
den harten Parts (Journey Through The Jewel) und ergeben
nicht unbedingt eine stimmige Einheit. Das die Bonner Band auch
anders kann, zeigt der Song Ueber dem Thal, in dem das
Wechselspiel zwischen hart und zart weit besser gelingt, als
in den anderen Stücken. Insgesamt eine empfehlenswerte
CD, denn die spannenden Momente überwiegen die eher Vernachlässigenswerten.
Laut Presse-Info soll ISLANDs nächstes Langwerk,
das noch dieses Jahr erscheint, die Band von einer „different
more softer and mellow side“ zeigen. Wenn die guten Ansätze,
die Orakel zweifelsohne aufzuweisen hat, weiter
ausgebaut werden, dürfte uns ein Highlight erwarten.