INTESTINE BAALISM - Banquet In The Darkness
Label: Blackend / PHD
Release: 07.04.2003
Von: Psycho
Punkte: 7
 

Ein etwas zwiespältiges Album ist das, was die japanische Band hier mit Banquet In The Darkness abliefert. Da hätten wir nämlich auf der einen Seite durchaus solide gemachten Death Metal, der stark nach schwedischer Schule à la Dismember oder Godgory (jeweils in der schnellen Variante) klingt. Auf der anderen Seite ist aber die gesamte Produktion merkwürdig unausgegoren ausgefallen, so dass der Verdacht aufkommt, hier statt einer regulären CD eine Kopplung mehrerer Studioaufnahmen zu hören.

Das lässt sich tatsächlich auch stilistisch belegen. Während der Opener Flesh For The Twelfth Omnipotent ziemlich brutal und straight klingt, ist das folgende Titelstück eher dem Genre: "fix aber melodisch" zuzuordnen. Diese, eben frappierend nach Godgory klingende Linie wird mehr oder weniger bis zum neunten Stück beibehalten, wobei mit The Genuine Tone allerdings auch ein heftiger Ausreißer vorhanden ist. Dann folgt mit The Planet ein Stück, welches kaum während der gleichen Aufnahmen entstanden sein kann, sondern eher älteren Datums sein dürfte, während der letzte Track Born But Buried, I Can See The Light wieder dem Bogen zum Beginn der Platte schließt, also wieder härter und weniger melodisch ausgefallen ist. Diese 3 Teile lassen sich durchaus auch vom Sound her auseinander halten, was zusammen mit dem uneinheitlichen Stil keinen besonders homogenen Eindruck hinterlässt.

Nun könnte man natürlich sagen, die Band hat einfach ihren Stil noch nicht gefunden. Das glaube ich aber nicht so recht, da es sich eigentlich um alte Hasen handelt, die 1997 via Repulse Records bereits ein Album veröffentlicht haben. Da sollte man doch wissen, was man will, daher tippe ich einfach mal auf verschiedene Zeitphasen, die die Platte abdeckt. Ich kann euch auch leider nicht sagen, ob INTESTINE BAALISM in Zukunft eher die melodische oder die härtere Death Metal-Schiene fahren werden, da nicht festzustellen ist, welche der Stücke nun die aktuelleren sind. Für mich kann ich aber sagen, dass mir der melodischere Teil der Band deutlich besser gefällt, weil es einfach die kontrastreichere und interessantere Musik ist. Da wird nämlich, trotz viel Melodie, richtig Gas gegeben, während sich der Sänger nach internationalem Standard die Seele aus dem Leib grunzt. (Wobei aufgrund diverser Wechsel aus dem Info nicht klar hervorgeht, wer denn nun während der Aufnahmen am Mikro stand) Zum anderen verwursteln die Japaner aber eben auch einige gelungene Melodien, haben das Händchen für die passenden Breaks an der richtigen Stelle und wissen ihre Instrumente gut zu beherrschen. Und Tracks wie Memory, A Knight Appears From The Lake Of Blood, The Principal Of Duality oder auch das Titelstück setzen halt den Schädel quasi automatisch in Bewegung, wenn man ein Faible für diese Art von Musik hat. Selbst wenn man viele Riffs in ähnlicher Form schon kennen dürfte.

Insofern eine immer noch solide Angelegenheit, wenn einem auch die angesprochenen Dinge etwas komisch vorkommen. Bleibt trotzdem die Frage, ob sich Banquet In The Darkness in dieser Form in der großen Masse der Death Metal-Veröffentlichungen behaupten kann. Aber ich finde, eine Chance hat sich diese Band allemal verdient, auch ohne Exoten-Bonus. Erwähnenswert ist noch die Aufmachung, die ich für ziemlich gelungen halte und die ohne die üblichen Klischees auskommt, sprich diverse bunte Gore-Bildchen. Also einfach mal im CD-Shop antesten!

Intestine Baalism