Ein
etwas zwiespältiges Album ist das, was die japanische Band
hier mit Banquet In The Darkness abliefert.
Da hätten wir nämlich auf der einen Seite durchaus solide
gemachten Death Metal, der stark nach schwedischer Schule à
la Dismember oder Godgory (jeweils in der schnellen Variante)
klingt. Auf der anderen Seite ist aber die gesamte Produktion
merkwürdig unausgegoren ausgefallen, so dass der Verdacht
aufkommt, hier statt einer regulären CD eine Kopplung mehrerer
Studioaufnahmen zu hören.
Das
lässt sich tatsächlich auch stilistisch belegen. Während
der Opener Flesh For The Twelfth Omnipotent ziemlich
brutal und straight klingt, ist das folgende Titelstück eher
dem Genre: "fix aber melodisch" zuzuordnen. Diese, eben
frappierend nach Godgory klingende Linie wird mehr oder weniger
bis zum neunten Stück beibehalten, wobei mit The Genuine
Tone allerdings auch ein heftiger Ausreißer vorhanden
ist. Dann folgt mit The Planet ein Stück, welches
kaum während der gleichen Aufnahmen entstanden sein kann,
sondern eher älteren Datums sein dürfte, während
der letzte Track Born But Buried, I Can See The Light
wieder dem Bogen zum Beginn der Platte schließt, also wieder
härter und weniger melodisch ausgefallen ist. Diese 3 Teile
lassen sich durchaus auch vom Sound her auseinander halten, was
zusammen mit dem uneinheitlichen Stil keinen besonders homogenen
Eindruck hinterlässt.
Nun
könnte man natürlich sagen, die Band hat einfach ihren
Stil noch nicht gefunden. Das glaube ich aber nicht so recht,
da es sich eigentlich um alte Hasen handelt, die 1997 via Repulse
Records bereits ein Album veröffentlicht haben. Da sollte
man doch wissen, was man will, daher tippe ich einfach mal auf
verschiedene Zeitphasen, die die Platte abdeckt. Ich kann euch
auch leider nicht sagen, ob INTESTINE BAALISM in
Zukunft eher die melodische oder die härtere Death Metal-Schiene
fahren werden, da nicht festzustellen ist, welche der Stücke
nun die aktuelleren sind. Für mich kann ich aber sagen, dass
mir der melodischere Teil der Band deutlich besser gefällt,
weil es einfach die kontrastreichere und interessantere Musik
ist. Da wird nämlich, trotz viel Melodie, richtig Gas gegeben,
während sich der Sänger nach internationalem Standard
die Seele aus dem Leib grunzt. (Wobei aufgrund diverser Wechsel
aus dem Info nicht klar hervorgeht, wer denn nun während
der Aufnahmen am Mikro stand) Zum anderen verwursteln die Japaner
aber eben auch einige gelungene Melodien, haben das Händchen
für die passenden Breaks an der richtigen Stelle und wissen
ihre Instrumente gut zu beherrschen. Und Tracks wie Memory,
A Knight Appears From The Lake Of Blood, The Principal Of Duality
oder auch das Titelstück setzen halt den Schädel quasi
automatisch in Bewegung, wenn man ein Faible für diese Art
von Musik hat. Selbst wenn man viele Riffs in ähnlicher Form
schon kennen dürfte.
Insofern
eine immer noch solide Angelegenheit, wenn einem auch die angesprochenen
Dinge etwas komisch vorkommen. Bleibt trotzdem die Frage, ob sich
Banquet In The Darkness in dieser Form
in der großen Masse der Death Metal-Veröffentlichungen
behaupten kann. Aber ich finde, eine Chance hat sich diese Band
allemal verdient, auch ohne Exoten-Bonus. Erwähnenswert ist
noch die Aufmachung, die ich für ziemlich gelungen halte
und die ohne die üblichen Klischees auskommt, sprich diverse
bunte Gore-Bildchen. Also einfach mal im CD-Shop antesten!
Intestine
Baalism |