Was ich
bereits während der Suicide Commando Tour in Bremen orakelte,
hat sich nun eindrucksvoll bestätigt: die schwedischen
EBM Newcomer INTERLACE, die trotz abgefahrener
Bühnenoutfits und toller Performance musikalisch ziemlich
untergingen, bieten für die heimischen 4 Wänden Musik
der Extraklasse.
Die EP Under The Sky ist als europäische
Version gegenüber der originalen Version etwas modifiziert:
Under The Sky gibt es nur einmal als Club Version,
dafür Equus in zwei Remixen, einmal von Headscan
und von Implant (wobei Equus und der Track Missing
Link vom ersten Album Innuendo
stammen) und Icon I in der Icon II Version.
Als Bonus für den europäischen Markt hat man dann
noch einen Grossteil der Songs vom eben erwähnten Debüt
mit draufgepackt, weil Innuendo im
letzten Jahr trotz massig guter Kritiken irgendwie das Publikum
nicht erreichte.
Musikalisch gibt es lupenreinen EBM, mal sehr treibend wie der
Titeltrack, meistens jedoch extrem düster und bedrückend.
Wobei ich gestehen muss, das mir die düsteren Sachen eindeutig
besser gefallen, allen voran Pinioned, und quasi alle
Sachen vom ersten Album, die deutliche Industrialeinflüsse
haben. Die Drums’n’Bass Rhythmen bei Under The
Sky machen den Song zwar zu einem harten Tanzflächenkiller,
ich mag’s aber nicht sonderlich und hoffe mal, das die
Band zukünftig nicht gerade diese Wege beschreiten will.
Insgesamt würde ich die Musik schon als recht intellektuell
und nicht unbedingt massenkompatibel bezeichnen, was aber keineswegs
bedeutet, das die Musik schwer zugänglich wäre. Sie
ist halt nur ... anspruchsvoller. Vergleiche lassen sich vor
allem zu Skinny Puppy ziehen, bei Pinioned schimmert
auch schon mal ganz dezent Depeche Mode durch.
Über die Band selbst gibt es kaum etwas zu sagen, die sich
die Jungs extrem bedeckt halten, ja ein richtiges Mysterium
um INTERLACE erschaffen. Hat natürlich
auch seinen Reiz ...
Under
The Sky ist ein geniales Album, das ich nur jedem
EBM Freak empfehlen kann. Innovativ, intensiv, mit fesselnden
Melodien und der ausdrucksstarken Stimme von Oscar Wilkinson.
Und ich hab mir derweil schon mal Innuendo
bestellt ...