Besser kann's
gar nicht anfangen. Zähe, eingängige Gitarren heißen
uns willkommen, sogleich untermauert von heftigen Drumbeat und
einschlagend durch einen absolut genialen stimmlichen Ausdruck
der Wut. Schon die ersten 30 Sekunden des Openers Moorleiche
hauen ordentlich rein, doch ist INSIGNIUM’s
Reise In die Abgründe kein Black Metal der Marke ultrabrutales
Geholze. INSIGNIUM selbst passt trotz schwarzmetallischen
Cover bzw. Albumtitel nicht so ganz in Sparte Black Metal und
liefert einen ganz eigenen Sound, laut bandeigener Beschreibung:
Extrem Metal
Die insgesamt 8 Tracks bestechen den Hörer mit einer genialen
Fusion aus Aggression und Melodie, und wenn auch beispielsweise
die Moorleiche anfangs als gar nicht so leichenhaft
erscheint und dem Hörer mal ergiebig eins draufhaut, so
wechselt der Drummer weiters doch spielerisch zwischen Midtempo
und ordentlichen Blastbeats bis hin zu einem mitreissendem,
cleanem Gitarrensolo. Der Opener, die Moorleiche, schlichtweg
genial! Es wurde sogar ein durchaus sehenswertes Video zu der
Nummer gedreht, welches man sich auf INSIGNIUM’s
HP runterladen kann.
Wer schon immer mal wissen wollte wie’s sich in den Abgründen
anhört, hat hiermit den passenden Soundtrack dazu.
Gemeine Aggressionen unterstützt durch die geilen Grunts
und dem hasszerfressenen Gekreische der zwei Sänger, die
nicht nur ihre Stimmbänder gewaltig missbrauchen, sondern
auch mit dem Zupfen ihrer Gitarren die abgrundtiefe Depression
beschwören um im nächsten Moment mit geilen, flüssigen
Riffs und Solis die Wut raus zu lassen.
Die Songs sind folglich sehr kraftvoll und strukturell feinstens
durchdacht, das Album strotzt nur so von Tempowechseln, einfallsreichen
Breaks und gekonnten Riffs. Es bietet sich eine Symbiose aus
zornigem Getrommel, sowie flüssigen Riffs und geilen Solis,
perfektioniert durch die eindrucksvoll brutalen Vocals, die
mit ihrer ungeheuerlichen Intensität die meist deutschen
Texte unverständlich machen, wobei man dann bei Tracks
wie Vulva Stellaris seinen Gedanken freien Lauf lassen
kann, worum sich jetzt wohl dieses Lied dreht.
Kaum zu glauben, dass dies INSIGNIUM’s
Debüt-Album ist, lässt ihre technisch ausgereiften
Lieder und ihr auffallend hörbares Können ihre Instrumente
zu spielen doch darauf schließen, hier eine Band zu genießen
die bereits viel Zeit ins fleißige Üben investiert
hat. Und so ist es auch, die Band formierte sich bereits im
Jahre 1996 und die 8 Hammertracks ihres Debüts haben schon
ganze zwei Jahre auf dem Buckel, bis im Vorjahr dann ein Vertrag
bei Black Attakk unterschrieben wurde um nun die Menschheit
In die Abgründe zu werfen.
Beendet wird die Führung durch die Tiefen mit dem 13minütigem,
epischen Titeltrack, welcher zum Abschied nochmal die hervorragend
Gitarrenarbeit unter Beweis stellt.
Auch wenn man die letzte Nummer ruhig in zwei Songs hätte
splitten können, bieten INSIGNIUM mit
ihrem ersten Album eine mitreißende Mischung aus melodischem
Black und Death Metal, mit einer Extraportion Soli und teils
thrashigen Einflüssen, beladen mit eingängigen und
viel versprechenden Hammertracks.
Eine Band, die man in Zukunft oft in den Ohren haben wird.