INSIGNIUM – In die Abgründe

 
Label: Black Attakk
Release: 14.02.2005
Von: Robert
Punkte: 9/10
Time: 53:07
Stil: Black / Death Metal
URL: Insignium
 

Besser kann's gar nicht anfangen. Zähe, eingängige Gitarren heißen uns willkommen, sogleich untermauert von heftigen Drumbeat und einschlagend durch einen absolut genialen stimmlichen Ausdruck der Wut. Schon die ersten 30 Sekunden des Openers Moorleiche hauen ordentlich rein, doch ist INSIGNIUM’s Reise In die Abgründe kein Black Metal der Marke ultrabrutales Geholze. INSIGNIUM selbst passt trotz schwarzmetallischen Cover bzw. Albumtitel nicht so ganz in Sparte Black Metal und liefert einen ganz eigenen Sound, laut bandeigener Beschreibung: Extrem Metal
Die insgesamt 8 Tracks bestechen den Hörer mit einer genialen Fusion aus Aggression und Melodie, und wenn auch beispielsweise die Moorleiche anfangs als gar nicht so leichenhaft erscheint und dem Hörer mal ergiebig eins draufhaut, so wechselt der Drummer weiters doch spielerisch zwischen Midtempo und ordentlichen Blastbeats bis hin zu einem mitreissendem, cleanem Gitarrensolo. Der Opener, die Moorleiche, schlichtweg genial! Es wurde sogar ein durchaus sehenswertes Video zu der Nummer gedreht, welches man sich auf INSIGNIUM’s HP runterladen kann.
Wer schon immer mal wissen wollte wie’s sich in den Abgründen anhört, hat hiermit den passenden Soundtrack dazu.
Gemeine Aggressionen unterstützt durch die geilen Grunts und dem hasszerfressenen Gekreische der zwei Sänger, die nicht nur ihre Stimmbänder gewaltig missbrauchen, sondern auch mit dem Zupfen ihrer Gitarren die abgrundtiefe Depression beschwören um im nächsten Moment mit geilen, flüssigen Riffs und Solis die Wut raus zu lassen.
Die Songs sind folglich sehr kraftvoll und strukturell feinstens durchdacht, das Album strotzt nur so von Tempowechseln, einfallsreichen Breaks und gekonnten Riffs. Es bietet sich eine Symbiose aus zornigem Getrommel, sowie flüssigen Riffs und geilen Solis, perfektioniert durch die eindrucksvoll brutalen Vocals, die mit ihrer ungeheuerlichen Intensität die meist deutschen Texte unverständlich machen, wobei man dann bei Tracks wie Vulva Stellaris seinen Gedanken freien Lauf lassen kann, worum sich jetzt wohl dieses Lied dreht.
Kaum zu glauben, dass dies INSIGNIUM’s Debüt-Album ist, lässt ihre technisch ausgereiften Lieder und ihr auffallend hörbares Können ihre Instrumente zu spielen doch darauf schließen, hier eine Band zu genießen die bereits viel Zeit ins fleißige Üben investiert hat. Und so ist es auch, die Band formierte sich bereits im Jahre 1996 und die 8 Hammertracks ihres Debüts haben schon ganze zwei Jahre auf dem Buckel, bis im Vorjahr dann ein Vertrag bei Black Attakk unterschrieben wurde um nun die Menschheit In die Abgründe zu werfen.
Beendet wird die Führung durch die Tiefen mit dem 13minütigem, epischen Titeltrack, welcher zum Abschied nochmal die hervorragend Gitarrenarbeit unter Beweis stellt.
Auch wenn man die letzte Nummer ruhig in zwei Songs hätte splitten können, bieten INSIGNIUM mit ihrem ersten Album eine mitreißende Mischung aus melodischem Black und Death Metal, mit einer Extraportion Soli und teils thrashigen Einflüssen, beladen mit eingängigen und viel versprechenden Hammertracks.
Eine Band, die man in Zukunft oft in den Ohren haben wird.