Nach der stimmungsvollen
Einleitung namens Precatio Luciferius begeistert mich
From The Eternal Seas He Rises mit schneidenden Melodien,
einem akustischen Mittelteil sowie einer aggressiven, doch
nicht überdimensional brutalen Stimme. Die beiden Herren
gehen großteils recht flott zu Werke und wissen verdammt
gut, wie man effektive Riffs und zündende Refrains kombiniert
und in Einklang bringt.
Sehr schön erklingt die Akustikgitarreneinleitung von
The Rise Of Azazel; bald gesellen sich Trommelschläge
und harmonische Leads hinzu, bevor nach einer guten Minute
der Sturm losbricht. Das Gemetzel wirkt jedoch niemals unstrukturiert
oder gar chaotisch – nur leider vergaßen INFINITY
in diesem Fall, dem beeindruckenden Start auch einen ebensolchen
Songaufbau folgen zu lassen, auch einen im Ohr hängen
bleibenden Refrain suche ich vergeblich.
Im weiteren Verlauf vermisse ich die kontrastierenden akustischen
oder langsameren Elemente ein wenig. Doch soeben bemängle
ich dieses Fehlen, biegt schon wieder ein kurzes getragenes
Intermezzo um die Ecke. Trotzdem wirken die Lieder gegen Ende
hin ein wenig zu eindimensional und das zuvor ausgesprochene
Lob der Abwechslung muss ein bisschen revidiert werden.
Ein okkultes Zwischenspiel mit dämonisch gesprochenen
Beschwörungsformeln leitet zum stimmungsvollen Monumentalwerk
The Legend Of The Sunken Monastery über, das wieder
mit den von mir geschätzten Akustikgitarren punkten kann.
Am Beginn steht eine choralartige Einleitung, hernach dominieren
mittelschnelle, stampfende Rhythmen und stehen im Einklang
mit den gezupften Melodien, gekrönt von einem äußerst
gelungenen Solo. Danach lassen INFINITY für zwei
Minuten noch den Hammer kreisen, bevor der Mönchschor
den Kreis adäquat schließt - in Summe also ein
akustisches Erlebnis!
Die abschließende Vertonung von Night's Blood
ist zwar eine nette Verbeugung vor Dissection, doch INFINITY
können der Fremdkomposition keinerlei eigene Note hinzufügen,
was ich schade finde.
INFINITY
spielen auf The Arcane Wisdom Of Shadows gesamt
gesehen akribisch komponierten, teils fulminanten Black Metal,
der hin und wieder in die Eintönigkeit abdriftet. Gesegnet
mit einem kraftvollen Sound kann die Band aber sicherlich
Fans von Dark Funeral, Setherial oder den oben genannten Genregrößen
das eine oder andere hämische Grinsen der Begeisterung
entlocken.