INFINITY – The Arcane Wisdom Of Shadows

 
Label: Bloodred Horizon Records
Release: 31.10.2008
Von: Stormlord
Punkte: 8/10
Time: 54:41
Stil: Black Metal
URL: Infinity
 
Schon nach ganz kurzer Zeit ist klar: INFINITY sind auf dem richtigen Weg! Mit dunklen Hymnen in der Machart von Großmeistern wie Naglfar oder Dissection prügeln sich die beiden versierten Künstler durch ihre bis ins kleinste Detail ausgeklügelten Kompositionen.

Nach der stimmungsvollen Einleitung namens Precatio Luciferius begeistert mich From The Eternal Seas He Rises mit schneidenden Melodien, einem akustischen Mittelteil sowie einer aggressiven, doch nicht überdimensional brutalen Stimme. Die beiden Herren gehen großteils recht flott zu Werke und wissen verdammt gut, wie man effektive Riffs und zündende Refrains kombiniert und in Einklang bringt.
Sehr schön erklingt die Akustikgitarreneinleitung von The Rise Of Azazel; bald gesellen sich Trommelschläge und harmonische Leads hinzu, bevor nach einer guten Minute der Sturm losbricht. Das Gemetzel wirkt jedoch niemals unstrukturiert oder gar chaotisch – nur leider vergaßen INFINITY in diesem Fall, dem beeindruckenden Start auch einen ebensolchen Songaufbau folgen zu lassen, auch einen im Ohr hängen bleibenden Refrain suche ich vergeblich.
Im weiteren Verlauf vermisse ich die kontrastierenden akustischen oder langsameren Elemente ein wenig. Doch soeben bemängle ich dieses Fehlen, biegt schon wieder ein kurzes getragenes Intermezzo um die Ecke. Trotzdem wirken die Lieder gegen Ende hin ein wenig zu eindimensional und das zuvor ausgesprochene Lob der Abwechslung muss ein bisschen revidiert werden.
Ein okkultes Zwischenspiel mit dämonisch gesprochenen Beschwörungsformeln leitet zum stimmungsvollen Monumentalwerk The Legend Of The Sunken Monastery über, das wieder mit den von mir geschätzten Akustikgitarren punkten kann. Am Beginn steht eine choralartige Einleitung, hernach dominieren mittelschnelle, stampfende Rhythmen und stehen im Einklang mit den gezupften Melodien, gekrönt von einem äußerst gelungenen Solo. Danach lassen INFINITY für zwei Minuten noch den Hammer kreisen, bevor der Mönchschor den Kreis adäquat schließt - in Summe also ein akustisches Erlebnis!
Die abschließende Vertonung von Night's Blood ist zwar eine nette Verbeugung vor Dissection, doch INFINITY können der Fremdkomposition keinerlei eigene Note hinzufügen, was ich schade finde.

INFINITY spielen auf The Arcane Wisdom Of Shadows gesamt gesehen akribisch komponierten, teils fulminanten Black Metal, der hin und wieder in die Eintönigkeit abdriftet. Gesegnet mit einem kraftvollen Sound kann die Band aber sicherlich Fans von Dark Funeral, Setherial oder den oben genannten Genregrößen das eine oder andere hämische Grinsen der Begeisterung entlocken.