INFERNAL POETRY / DARK LUNACY – Twice

 
Label: Fuel Records
Release: 2002
Von: Dunja
Punkte: 6.5/10
Time: 21:29
Stil: Death Metal
URL: Infernal Poetry
Dark Lunacy
 
Twice nennt sich die Split CD der beiden Italiener INFERNAL POETRY und DARK LUNACY auf der jede Band zwei Stücke ihres Repertoires zum Besten gibt.

Den Stil von INFERNAL POETRY zu beschreiben ist gar keine so einfache Aufgabe, da die verworrenen Strukturen keine Einteilung in eine Schublade zulassen. So würde ich behaupten, dass hier die Death Einflüsse dominieren, allerdings ist das Gebotene nicht wirklich brachial genug um dieser Bezeichnung auch wirklich zu entsprechen. Zu melodisch sind die Riffs, zu komplex und verworren die Strukturen, zudem erinnert zumindest stilistisch das Gitarrenspiel an Children Of Bodom, wenn man hier auch nicht ganz an die technische Leistung der Finnen herankommt. Leider ist es auch hier – wie bei den Landsmännern Aisling – nicht ganz gelungen, diese verworrenen Strukturen zu einem guten Song aufzubauen, es fehlen eindeutig die Anhaltspunkte. Nicht besonders vorteilhaft ist zudem, dass beide Songs sehr ähnlich klingen, und ich, wenn ich es nicht besser wüsste, noch immer denken würde, dass es sich um nur ein Stück handelt. Hier steckt sicherlich eine Menge an Potential, allerdings sollte hier in Sachen Songwriting noch einiges verbessert werden.

DARK LUNACY spielen laut eigener Definition Gothic Death Metal, was sicherlich eine passende Bezeichnung ist. An sich wäre die Musik ja nicht so schlecht, allerdings wurde hier das Keyboard so eingesetzt, dass es wie eine Geige klingen soll – dass ein solches Unterfangen meist nicht gut geht wird auch hier wieder unter Beweis gestellt. So nerven diese Pseudo-Geigenklänge enorm und lassen die restlichen guten Ansätze teilweise total verschwinden. Ansonsten ist hier die Mischung aus Death und Gothic recht gut gelungen, so sind sowohl derbe, raue Deathpassagen als auch eine gotische Frauenstimme zu hören ohne sich gegenseitig auszuspielen – wäre da nicht dieser Geigenersatz. Es würde der Band sicherlich gut tun, wie auf dem Videoclip einen echten Streicher aus Fleisch und Blut zu engagieren, dann wären DARK LUNACY um einiges interessanter.

Neben den vier Songs gibt es als Bonusmaterial zudem 2 Videos der Bands als Mpegs: DARK LUNACY haben hier ihren Song Dolls, der bereits auf ihrem ersten Album Devoid veröffentlicht wurde ausgesucht, bei dem sogar ein echter Streicher seine Arbeit tut, allerdings ist der Song mit seinen über 7 Minuten Spielzeit um einiges zu lang geraten, da sich die Strukturen permanent wiederholen. INFERNAL POETRYs Hell Spawn (veröffentlicht auf dem Not Light But Rather Visible Darkness Album) ist hingegen deftiger als die Songs auf der CD ausgefallen, ich finde es auf jeden Fall interessant, dass zwei doch eher kleinere Bands bereits doch recht professionelle Videos gedreht haben. Neben den Videos gibt es außerdem einige Bilder und die Lyrics auf der CD zu finden.

Im Großen und Ganzen sicherlich eine gute Basis für die Bands, ihren Namen unter das Volk zu bringen, allerdings würde es den beiden nicht schaden, ihre Songs etwas gründlicher zu durchdenken.