Twice
nennt sich die Split CD der beiden Italiener INFERNAL
POETRY und DARK LUNACY auf der jede
Band zwei Stücke ihres Repertoires zum Besten gibt.
Den Stil
von INFERNAL POETRY zu beschreiben ist gar
keine so einfache Aufgabe, da die verworrenen Strukturen keine
Einteilung in eine Schublade zulassen. So würde ich behaupten,
dass hier die Death Einflüsse dominieren, allerdings
ist das Gebotene nicht wirklich brachial genug um dieser Bezeichnung
auch wirklich zu entsprechen. Zu melodisch sind die Riffs,
zu komplex und verworren die Strukturen, zudem erinnert zumindest
stilistisch das Gitarrenspiel an Children Of Bodom, wenn man
hier auch nicht ganz an die technische Leistung der Finnen
herankommt. Leider ist es auch hier – wie bei den Landsmännern
Aisling – nicht ganz gelungen, diese verworrenen Strukturen
zu einem guten Song aufzubauen, es fehlen eindeutig die Anhaltspunkte.
Nicht besonders vorteilhaft ist zudem, dass beide Songs sehr
ähnlich klingen, und ich, wenn ich es nicht besser wüsste,
noch immer denken würde, dass es sich um nur ein Stück
handelt. Hier steckt sicherlich eine Menge an Potential, allerdings
sollte hier in Sachen Songwriting noch einiges verbessert
werden.
DARK
LUNACY spielen laut eigener Definition Gothic Death
Metal, was sicherlich eine passende Bezeichnung ist. An sich
wäre die Musik ja nicht so schlecht, allerdings wurde
hier das Keyboard so eingesetzt, dass es wie eine Geige klingen
soll – dass ein solches Unterfangen meist nicht gut
geht wird auch hier wieder unter Beweis gestellt. So nerven
diese Pseudo-Geigenklänge enorm und lassen die restlichen
guten Ansätze teilweise total verschwinden. Ansonsten
ist hier die Mischung aus Death und Gothic recht gut gelungen,
so sind sowohl derbe, raue Deathpassagen als auch eine gotische
Frauenstimme zu hören ohne sich gegenseitig auszuspielen
– wäre da nicht dieser Geigenersatz. Es würde
der Band sicherlich gut tun, wie auf dem Videoclip einen echten
Streicher aus Fleisch und Blut zu engagieren, dann wären
DARK LUNACY um einiges interessanter.
Neben
den vier Songs gibt es als Bonusmaterial zudem 2 Videos der
Bands als Mpegs: DARK LUNACY haben hier ihren
Song Dolls, der bereits auf ihrem ersten Album Devoid
veröffentlicht wurde ausgesucht, bei dem sogar ein echter
Streicher seine Arbeit tut, allerdings ist der Song mit seinen
über 7 Minuten Spielzeit um einiges zu lang geraten,
da sich die Strukturen permanent wiederholen. INFERNAL
POETRYs Hell Spawn (veröffentlicht
auf dem Not Light But Rather Visible Darkness
Album) ist hingegen deftiger als die Songs auf der CD ausgefallen,
ich finde es auf jeden Fall interessant, dass zwei doch eher
kleinere Bands bereits doch recht professionelle Videos gedreht
haben. Neben den Videos gibt es außerdem einige Bilder
und die Lyrics auf der CD zu finden.
Im Großen
und Ganzen sicherlich eine gute Basis für die Bands,
ihren Namen unter das Volk zu bringen, allerdings würde
es den beiden nicht schaden, ihre Songs etwas gründlicher
zu durchdenken.