INFERNÄL MÄJESTY – One Who Points To Death
 
Label: Black Lotus Records
Release: 13.07.2004
Von: Psycho
Punkte: 7
Time: 46:31
Stil: Thrash Metal
URL: Infernäl Mäjesty
 

Ganz ehrlich: ich bin ein wenig enttäuscht von diesem Album. INFERNAL MAJESTY galten seit ihrem Erstling None Shall Defy im Jahre 1987 als eine der besten Slayer-Kopien schlechthin, was hier durchaus positiv gemeint ist. Schließlich haben sich an der Intensität und brutalen Urgewalt der Kalifornier schon eine ganze Menge Bands die Zähne ausgebissen. Managementprobleme, die üblichen Besetzungswechsel und sonstige Widrigkeiten verhinderten aber den Ausbau des Anfangserfolges, und die teilweise erst Jahre später erscheinenden Folgealben konnten an die ursprüngliche Qualität nicht anschließen.
Nach inzwischen nun sechs Jahre langer Sendepause hatte ich gar nicht mehr damit gerechnet, dass die Kanadier überhaupt noch als Band existieren. Umso erfreuter war ich, als Calani One Who Points To Death ankündigte, hat eine längere Durststrecke doch schon bei vielen Combos zu einer Bündelung von Fähigkeiten und Energien geführt. Aber leider will das neue Album bei mir einfach nicht so recht zünden...
Ok, die Jungs beherrschen ihre Instrumente ausnehmend gut und bleiben sich auch stilistisch treu. Sprich, es regiert zünftiger Old School Thrash, der sich sehr gut als Slayer-beeinflusst (zwischen Hell Awaits und Reign In Blood) und mit einigen Death Metal-Einflüssen durchsetzt beschreiben lässt. Dabei machen die fünf Herren keine Gefangenen, und Tracks wie das schleppend beginnende Honey Tongue Of Satan oder der schmissige Opener Death Of Heaven sind heutzutage fast schon wieder als originell zu bezeichnen und werden mit viel aggressiver Spielfreude runtergezockt.
Trotzdem reicht es m.E. nicht zu einer höheren Benotung, da sich die Scheibe auf die Dauer einfach totrifft, dabei aber irgendwie nie so recht was richtig Spannendes passiert. Klar, alles passiert auf hohem Niveau, aber ein klarer „Aufhorcher“ ist leider nicht dabei, und zum Schluss ermüdet man dann doch etwas und hat nicht unbedingt den Eindruck, sich One Who Points To Death gleich noch mal anhören zu müssen. Wer aber Mucke in diesem Stil so dringend braucht wie Luft zum Atmen, der wird die neue INFERNAL MAJESTY vermutlich so schnell nicht wieder aus dem Player kriegen. So ist es halt mit Dingen, die letztendlich reine Geschmackssache sind...