Ganz ehrlich:
ich bin ein wenig enttäuscht von diesem Album. INFERNAL
MAJESTY galten seit ihrem Erstling None
Shall Defy im Jahre 1987 als eine der besten Slayer-Kopien
schlechthin, was hier durchaus positiv gemeint ist. Schließlich
haben sich an der Intensität und brutalen Urgewalt der
Kalifornier schon eine ganze Menge Bands die Zähne ausgebissen.
Managementprobleme, die üblichen Besetzungswechsel und
sonstige Widrigkeiten verhinderten aber den Ausbau des Anfangserfolges,
und die teilweise erst Jahre später erscheinenden Folgealben
konnten an die ursprüngliche Qualität nicht anschließen.
Nach inzwischen nun sechs Jahre langer Sendepause hatte ich
gar nicht mehr damit gerechnet, dass die Kanadier überhaupt
noch als Band existieren. Umso erfreuter war ich, als Calani
One Who Points To Death ankündigte,
hat eine längere Durststrecke doch schon bei vielen Combos
zu einer Bündelung von Fähigkeiten und Energien geführt.
Aber leider will das neue Album bei mir einfach nicht so recht
zünden...
Ok, die Jungs beherrschen ihre Instrumente ausnehmend gut und
bleiben sich auch stilistisch treu. Sprich, es regiert zünftiger
Old School Thrash, der sich sehr gut als Slayer-beeinflusst
(zwischen Hell Awaits und Reign In Blood) und mit einigen Death
Metal-Einflüssen durchsetzt beschreiben lässt. Dabei
machen die fünf Herren keine Gefangenen, und Tracks wie
das schleppend beginnende Honey Tongue Of Satan oder
der schmissige Opener Death Of Heaven sind heutzutage
fast schon wieder als originell zu bezeichnen und werden mit
viel aggressiver Spielfreude runtergezockt.
Trotzdem reicht es m.E. nicht zu einer höheren Benotung,
da sich die Scheibe auf die Dauer einfach totrifft, dabei aber
irgendwie nie so recht was richtig Spannendes passiert. Klar,
alles passiert auf hohem Niveau, aber ein klarer „Aufhorcher“
ist leider nicht dabei, und zum Schluss ermüdet man dann
doch etwas und hat nicht unbedingt den Eindruck, sich One
Who Points To Death gleich noch mal anhören
zu müssen. Wer aber Mucke in diesem Stil so dringend braucht
wie Luft zum Atmen, der wird die neue INFERNAL MAJESTY
vermutlich so schnell nicht wieder aus dem Player kriegen. So
ist es halt mit Dingen, die letztendlich reine Geschmackssache
sind...