IMMORTAL RITES – For Tyrant’s Sake

 
Label: Medusa Productions
Release: 18.08.2007
Von: Haris
Punkte: 8/10
Time: 48:03
Stil: Melodic Death Metal
URL: Immortal Rites
 
IMMORTAL RITES? Ist das nicht der Opener des Death Metal Krachers Altars Of Madness von Morbid Angel? Jau! Aber diejenigen unter Euch, die die Alfdorfer vor dem Release des vorliegenden zweiten Albums For Tyrant’s Sake noch nicht gekannt haben (zu denen auch ich mich zähle), seien gewarnt, denn mit dem Ami Death Metal, den die bösen Buben um Trey Azagthoth mit erfunden haben, hat der Sound der Schwaben gar nichts gemein.
Denn das Quartett zelebriert wunderschön melodischen Death Metal mit starker Göteborg-Prägung. Vor allem Dark Tranquillity’s Frühwerke wie The Gallery dürften sich die Jungs sehr oft angehört haben, wobei man weniger auf Tempovariation setzt als die Skandinavier, sondern das Melodie- und Harmonieelement im Gitarrensektor auf ähnliche Weise ausreizt.
Nun kann man sich natürlich fragen, ob diese Welt ein weiteres Melodic Death Metal Album benötigt. Ich sage ja, denn Dark Tranquillity und In Flames haben sich als Szenevorreiter recht weit von ihren Ursprüngen entfernt und hinterließen somit eine Lücke für qualitativ hochwertigen melodischen Todesstahl.
Hört man sich das Album etwas genauer an, so kommen von mal zu mal mehr Facetten zum Vorschein, die For Tyrant’s Sake mal mehr, mal weniger deutlich von der Masse Dark Tranquillity -, In Flames- und At The Gates-Klone hervorheben. Der Albumopener For Tyrant’s Sake brettert beispielsweise in bester Naglfar-Manier los, bevor es tödlich groovend in die erste Strophe geht und Daemon Dawn erinnert vom Rhythmus und vom Gitarren-Riffing her sogar an Unleashed-Evergreens wie Before The Creation Of Time.
Sänger/Gitarrist Philipp (der mittlerweile nicht mehr zum Line Up gehört) setzt neben seinem brutalen, aber wenig originellem Grölen auch auf cleane, mehrstimmige Vocals, die sich sehr gut in den Gesamtsound einfügen.
Zuletzt sei noch ein kleiner Wermutstropfen erwähnt, denn die an sich gelungene Produktion von Ex-Atrocity Schlagwerker Martin Schmidt hätte ruhig etwas rauer ausfallen können, was den zehn Songs sehr gut zu Gesichte gestanden hätte.