Obwohl ich in letzter Zeit eigentlich hauptsächlich
Death Metal höre, habe ich mich gerne dieser Scheibe “angenommen”
nachdem ich von den beiden IILLUMINATE-Alben
Erinnerungen und Erwachen
nach wie vor viel halte.
10 x 10 stellt einen Rückblick
auf 10 Jahre Bandgeschichte in einer ganz besonderen Weise dar.
Auf 2 Alben – Schwarz (auf der die härteren Nummern
der Band enthalten sind) und Weiß (welche die melancholischeren,
ruhigeren Titel beinhaltet) – blickt die Band in Form
von kompletten Neuinterpretationen diverser Bandklassiker wie
Der Torweg, Todesengel, Du Liebst mich nicht (Schwarz)
bzw. Blütenstaub, Der Traum des Tänzers, Leuchtfeuer
(Weiss) auf ihr zehnjähriges Schaffen zurück.
Auf
der Promo-CD, die ich in Händen halte, sind von jeder der
beiden CDs 4 Nummern enthalten. Los geht es mit dem Torweg,
den ich bisher nur in einer Liveversion kannte – unterlegt
mit einem hämmernden Drumcomputer, knallen einem für
ILLUMINATE relativ heftige Riffs entgegen und
auch die Vocals sind aggressiver angelegt als bei der Version,
die mir bekannt ist. Auch die weiteren beiden Auszüge des
„schwarzen Albums“ (wenn man diesen Begriff verwenden
darf, ohne von Metallica dafür auf 1 Million $ verklagt zu
werden) wissen durchaus zu gefallen und auch der letzte Song der
Promo, der auf der schwarzen CD zu finden sein wird – Die
Spieluhr ist durchaus gelungen interpretiert worden.
Die
Nummern der weißen CD wie Blütenstaub, Leuchtfeuer
und vor allem der Traum des Tänzers sind fast bombastisch
in Szene gesetzt und der schon bei den Originalversionen reichlich
vorhandene Tiefgang wird dadurch noch verstärkt – es
ist eine tieftraurige, melancholische Atmosphäre, welche
sich um die Melodien rankt, einen mitreißt und von einem
Moment auf den anderen den Schmerz mitfühlen lässt,
der in den Zeilen der Texte steckt.
Zur
Ausführung ist zu sagen, daß die Instrumentierung und
das Klangbild der Neuinterpretationen sicherlich meist gleichwertig
bzw. über die Originale zu stellen sind. Die stimmliche Leistung
von Fronter Johannes Berthold allerdings hat sich gegenüber
der letzten beiden Alben zwar wieder leicht gesteigert, aber vor
allem beim Traum des Tänzers wird deutlich, daß
er an alte Leistungen nicht mehr ganz anschließen kann.
Alles
in allem sind die beiden Best of Alben der deutschen Institution
sicherlich ihr Geld wert, nicht nur für deren Fans, denn
sie bieten auch für solche, die mit der Band noch nicht in
Berührung gekommen sind einen guten Grundstein.
Üblicherweise
sehen Rezensenten davon ab, derlei Veröffentlichungen mit
Punkten zu bewerten, ich werde es trotzdem tun – 8 Punkte.
Illuminate
|