ILLUMINATE – 10 x 10
Label: Gallery Records
Release: 8. (schwarz) und 15. 09. (weiß) 2003
Von: Mephisto
Punkte: 8
 
Obwohl ich in letzter Zeit eigentlich hauptsächlich Death Metal höre, habe ich mich gerne dieser Scheibe “angenommen” nachdem ich von den beiden IILLUMINATE-Alben Erinnerungen und Erwachen nach wie vor viel halte.
10 x 10 stellt einen Rückblick auf 10 Jahre Bandgeschichte in einer ganz besonderen Weise dar. Auf 2 Alben – Schwarz (auf der die härteren Nummern der Band enthalten sind) und Weiß (welche die melancholischeren, ruhigeren Titel beinhaltet) – blickt die Band in Form von kompletten Neuinterpretationen diverser Bandklassiker wie Der Torweg, Todesengel, Du Liebst mich nicht (Schwarz) bzw. Blütenstaub, Der Traum des Tänzers, Leuchtfeuer (Weiss) auf ihr zehnjähriges Schaffen zurück.

Auf der Promo-CD, die ich in Händen halte, sind von jeder der beiden CDs 4 Nummern enthalten. Los geht es mit dem Torweg, den ich bisher nur in einer Liveversion kannte – unterlegt mit einem hämmernden Drumcomputer, knallen einem für ILLUMINATE relativ heftige Riffs entgegen und auch die Vocals sind aggressiver angelegt als bei der Version, die mir bekannt ist. Auch die weiteren beiden Auszüge des „schwarzen Albums“ (wenn man diesen Begriff verwenden darf, ohne von Metallica dafür auf 1 Million $ verklagt zu werden) wissen durchaus zu gefallen und auch der letzte Song der Promo, der auf der schwarzen CD zu finden sein wird – Die Spieluhr ist durchaus gelungen interpretiert worden.

Die Nummern der weißen CD wie Blütenstaub, Leuchtfeuer und vor allem der Traum des Tänzers sind fast bombastisch in Szene gesetzt und der schon bei den Originalversionen reichlich vorhandene Tiefgang wird dadurch noch verstärkt – es ist eine tieftraurige, melancholische Atmosphäre, welche sich um die Melodien rankt, einen mitreißt und von einem Moment auf den anderen den Schmerz mitfühlen lässt, der in den Zeilen der Texte steckt.

Zur Ausführung ist zu sagen, daß die Instrumentierung und das Klangbild der Neuinterpretationen sicherlich meist gleichwertig bzw. über die Originale zu stellen sind. Die stimmliche Leistung von Fronter Johannes Berthold allerdings hat sich gegenüber der letzten beiden Alben zwar wieder leicht gesteigert, aber vor allem beim Traum des Tänzers wird deutlich, daß er an alte Leistungen nicht mehr ganz anschließen kann.

Alles in allem sind die beiden Best of Alben der deutschen Institution sicherlich ihr Geld wert, nicht nur für deren Fans, denn sie bieten auch für solche, die mit der Band noch nicht in Berührung gekommen sind einen guten Grundstein.

Üblicherweise sehen Rezensenten davon ab, derlei Veröffentlichungen mit Punkten zu bewerten, ich werde es trotzdem tun – 8 Punkte.

Illuminate