AngL
ist die zweite Scheibe, die IHSAHN als Solokünstler
nach 2 Jahre Arbeit seit dem Vorgänger The Adversary
auf den Markt bringt. Da ich die erste nicht kenne, habe ich
mich also völlig unvoreingenommen an dieses Review gesetzt
und ließ mich überraschen, was der ehemalige Emperor-Frontmann
da so treibt...
Die Überraschung
ist IHSAHN auch gelungen, der erste Titel Misanthrope
mach ordentlich Laune auf mehr, die so ziemlich zur Mitte
des zweiten Songs dann abrupt vielen großen Fragezeichen
Platz macht. Was tut er da? Ich bin ja eigentlich ein Freund
von progressiven Songwriting und den Übergang aus dem
eh schon recht ruhigen Mittelteil zum Tasteninstrument lasse
ich mir ja noch gefallen, aber den cleanen Gesang noch drüber...
naja ich weiß ja nicht... an sich eine tolle Idee, aber
aus dem Thema hätte man auch einen neuen Song machen
können. Irgendwie geht es auf angL insgesamt
übelst durcheinander. Es klingt teils eh weniger nach
progressiven Songwriting, als mehr nach einer Aneinanderreihung
von Ideen. Ein Problem, welches bei mehreren Songs auftaucht
- es wird in einigen Stücken einfach zu viel verarbeitet
und diese wirken daher leicht zerrissen bzw. überladen
während z.B. Unhealer eher langweilig dahinplätschert.
Auch die Gastvocals von Mikael Åkerfeldt (Opeth) täuschen
nicht darüber hinweg. Nachdem der vierte Song dann vom
Gitarerrensound und auch vom Gesang her ein bisschen an die
ruhigen Parts in alten Iced Earth Balladen erinnert (klingt
nicht mal so schlecht!), geht es mit Malediction wieder
temporeicher zu und auch der letzte Song Monolith zeigt
nochmal etwas mehr von der sonst etwas vermissten Aggressivität.
Von letztere hätte ich bei IHSAHN eigentlich etwas
mehr erwartet und vielleicht war ich in diesem Punkt dann
doch ein wenig mehr voreingenommen als ich zunächst dachte...
;)
Davon abgesehen
ist das Album natürlich auf generell musikalisch hohem
Niveau. Alles stammt aus der Feder von IHSAHN selbst
und er spielt auch alles selbst ein. Bei Drums und Bass allerdings
hat er sich mit Asgeir Mickelson und Lars Norberg Unterstützung
von Spiral Architect geholt. Die Vocals auf angL
bieten ebenfalls die volle Bandbreite von kraftvoll-aggressiv
bis leise und gefühlvoll.
Dennoch, ich bekomme
keinen richtigen Zugang zu dem Material und es reißt
mich hier nichts wirklich vom Hocker. Nicht einmal ein lästiger
Ohrwurm ist zu finden, da angL zur einen Hälfte entweder
zu monoton und langatmig ist oder eben viel zu verspielt und
überladen klingt. Ich gebe dem Ganzen deswegen faire
und neutrale 5 von 10 Punkten – am besten macht ihr
euch mal selbst ein Bild davon :)