I – Between Two Worlds

 
Label: Nuclear Blast
Release: 03.11.2006
Von: Seb
Punkte: 9/10
Time: 42:35
Stil: Black Metal
URL: I
 
Das sind schon recht illustre Namen, die sich da hinter dem schlicht I betitelten neuen Black Metal Projekt verbergen. Da sind zum einen drei, darunter die beiden tonangebenden Mitglieder der wieder auferstandenen Immortal, Abbath, Armagedda und Demonaz (letzterer wie immer nur für Lyrics zuständig). Obendrauf gibt es dann mit T.C. King und Ice Dale ebenfalls alte Bekannte von Gorgoroth und Enslaved, auch wenn sie nun unter neuen Pseudonymen auftreten. Bei dieser Zusammenstellung hat man natürlich gleich gewisse Vorstellungen, was die Musik auf Between Two Worlds angeht. Wer nun allerdings Black Metal im Stile von oben genannten Bands erwartete, wird (angenehm) überrascht. Zwar hat Abbath den typisch schraddeligen Klang zweier Gitarren weitergeführt, was aber den Sound angeht, eine Art Symbiose aus seinem früheren Wirken, einer Prise Motörhead und einer ordentlichen Ladung Bathory geschaffen.
Das haut erstaunlich gut hin, vor allem da Abbath unter Beweis stellen kann, dass er eine durchaus variable Stimme hat und problemlos auch fast cleane, nicht Black-Metal-typische Parts hinbekommt.
Between Two Worlds wird auch hinsichtlich der Gitarrenarbeit dem Albumtitel mehr als gerecht. Begonnen mit dem Opener The Storm I Ride und fortgeführt von z.B. Battalions, gibt es eindeutig stärker Rock-orientierte Stücke mit schlicht gehaltenem, aber überzeugendem Riffing. Den Hauptteil machen aber die von Bathory/Quorthon inspirierten Stücke aus. Diese sind durchweg langsamer, verfügen aber dennoch über die vom „Original“ gewohnte Power und Härte. Klasse Hooklines wie in Mountain oder wunderschöne Gitarrensoli wie in Far Beyond The Quiet runden Between Two Worlds ab und lassen erkennen, warum I ihren Stil trotz rockiger und Viking- Anleihen selber als Epic Black Metal bezeichnen. Dazu passt auch, dass Demonaz eigenen Angaben zufolge versucht hat, sich textlich und stilistisch weitestgehend an Quorthon zu orientieren.
Über die Qualitäten der einzelnen Musiker in Reihen von I muss man natürlich nicht mehr viele Worte verlieren, Between Two Worlds ist sowohl technisch, als auch was den knackigen, harten Sound angeht, einwandfrei. Vor allem die sehr differenzierten und dennoch nicht zu glatt klingenden Gitarren und der gut in Szene gesetzte Bass konnten mich dabei überzeugen.
I ist hier ein tolles Debütalbum gelungen, das, auch wenn die Band selber es Black Metal nennt, doch dessen Grenzen überschreiten kann und auch nach zig Durchläufen immer noch interessant ist.