Das
sind schon recht illustre Namen, die sich da hinter dem schlicht
I betitelten neuen Black Metal Projekt verbergen.
Da sind zum einen drei, darunter die beiden tonangebenden Mitglieder
der wieder auferstandenen Immortal, Abbath, Armagedda und Demonaz
(letzterer wie immer nur für Lyrics zuständig). Obendrauf
gibt es dann mit T.C. King und Ice Dale ebenfalls alte Bekannte
von Gorgoroth und Enslaved, auch wenn sie nun unter neuen Pseudonymen
auftreten. Bei dieser Zusammenstellung hat man natürlich
gleich gewisse Vorstellungen, was die Musik auf
Between Two Worlds angeht. Wer nun allerdings
Black Metal im Stile von oben genannten Bands erwartete, wird
(angenehm) überrascht. Zwar hat Abbath den typisch schraddeligen
Klang zweier Gitarren weitergeführt, was aber den Sound
angeht, eine Art Symbiose aus seinem früheren Wirken, einer
Prise Motörhead und einer ordentlichen Ladung Bathory geschaffen.
Das haut erstaunlich gut hin, vor allem da Abbath unter Beweis
stellen kann, dass er eine durchaus variable Stimme hat und
problemlos auch fast cleane, nicht Black-Metal-typische Parts
hinbekommt.
Between Two Worlds wird auch hinsichtlich
der Gitarrenarbeit dem Albumtitel mehr als gerecht. Begonnen
mit dem Opener The Storm I Ride und fortgeführt
von z.B. Battalions, gibt es eindeutig stärker
Rock-orientierte Stücke mit schlicht gehaltenem, aber überzeugendem
Riffing. Den Hauptteil machen aber die von Bathory/Quorthon
inspirierten Stücke aus. Diese sind durchweg langsamer,
verfügen aber dennoch über die vom „Original“
gewohnte Power und Härte. Klasse Hooklines wie in Mountain
oder wunderschöne Gitarrensoli wie in Far Beyond The
Quiet runden Between Two Worlds
ab und lassen erkennen, warum I ihren Stil
trotz rockiger und Viking- Anleihen selber als Epic Black Metal
bezeichnen. Dazu passt auch, dass Demonaz eigenen Angaben zufolge
versucht hat, sich textlich und stilistisch weitestgehend an
Quorthon zu orientieren.
Über die Qualitäten der einzelnen Musiker in Reihen
von I muss man natürlich nicht mehr viele
Worte verlieren, Between Two Worlds
ist sowohl technisch, als auch was den knackigen, harten Sound
angeht, einwandfrei. Vor allem die sehr differenzierten und
dennoch nicht zu glatt klingenden Gitarren und der gut in Szene
gesetzte Bass konnten mich dabei überzeugen.
I ist hier ein tolles Debütalbum gelungen,
das, auch wenn die Band selber es Black Metal nennt, doch dessen
Grenzen überschreiten kann und auch nach zig Durchläufen
immer noch interessant ist.