HAVOC UNIT – h.IV+

 
Label: Vendlus Records
Release: 29.10.2007
Von: Stormlord
Punkte: 7/10
Time: 53:42
Stil: Industrial Metal
URL: Havoc Unit
 
Ein schwerer Brocken, dieses Album der Nachfolgeband der auch schon nicht ganz einfach zu konsumierenden And Oceans… intensiver Industrial Metal mit apokalyptischen Samples stellen den Hörer auf eine Geduldsprobe. So bin ich von der Durchschlagskraft und Vielschichtigkeit solcher Dampfhämmer wie I.esus beinahe geplättet, hervorgerufen durch nichts als extreme Kälte und Hoffnungslosigkeit.
Schöne Melodien, einschmeichelnde Refrains, gemütliches Zurücklehnen? Dreimal Fehlanzeige bei HAVOC UNIT. Dafür gibt es jede Menge stampfender Rhythmen, eindringlicher Vocals und schräger Musikcollagen zu entdecken. Ich kann mir dieses Album mit dem kryptischen Namen h.IV+ nur schwer durchgehend anhören, die Stimmung ist dermaßen negativ und nervenaufreibend, dass ich nur äußerst selten eine größere Dosis HAVOC UNIT zu mir nehme. Die unheimlichen Geräusche oder auch die unschuldige Verwendung einer Spieluhr und gesprochene Passagen kontrastieren die harte musikalische Ausrichtung und machen den maschinellen Gesamteindruck noch fieser und einen Zacken kranker. Hin und wieder integrieren HAVOC UNIT schwebende, tranceähnliche Ruhepole in ihre apokalyptischen Klangkreationen, um die programmierten Drums noch ungestümer und heftiger wirken zu lassen.
Doch was ist das? Inmitten der knallharten Soundwände erklingt plötzlich ein stoisch und entspannt dahin rollender Teil mit höchst wohlklingendem Gesang! So gehört im Stück Ignoratio Elenchi, das mir als willkommene Abwechslung gerade recht kommt, um meinen Melodie- und Harmoniedurst ein wenig zu stillen. Doch es scheint als wäre diese „normale“ Komposition nur dazu da, um von den nächsten nervenaufreibenden Rhythmen noch härter getroffen zu werden. Das äußerst positive Kill All Nations versprüht dabei durch seine Kombination von heftigem Text und effektvollen Samples, verzerrter Stimme und lieblichen Einsprengseln Dynamik und morbiden Charme.
Diese Veröffentlichung ist nichts für schwache Nerven oder Musikgenießer mit Drang nach einer Menge Melodien, geschweige denn gespickt mit schönen Gitarrenharmonien – HAVOC UNIT vermitteln Kälte, spielen mit Kontrasten und verstören durch verfremdete Klänge.