Und
“zack” – nur wenige Monate nach ihrem ersten
Lebenszeichen in Form der Scenes From A Lifeless Time
EP hauen GRIMBLADE aus Münster direkt Demo Nummero
Zwo namens Crimson Angel raus. Wobei Demo irgendwie
falsche, möglicherweise auf den Sound bezogene, Assoziationen
wecken mag und in GRIMBLADEs Fall die Bezeichnung Demo
wirklich ausschließlich darauf bezogen werden kann, dass
nun mal noch kein Label hinter dieser außerordentlich
talentierten Band steht.
GRIMBLADE haben auf Crimson Angel die Eckpfeiler
ihres Sounds, die Vermischung traditionellen Heavy Metals mit
extremeren Spielarten, auf jeden Fall beibehalten. Allerdings
sind die eher angeschwärzten Parts der ersten EP einer
deutlicheren, melodischen Death Metal Schlagseite gewichen.
Dies macht sich nicht nur bei der Instrumentierung, die neben
Maiden nun vor allem auch deutliche Züge von Dark Tranquility
und Amon Amarth aufweist, sondern auch beim Gesang bemerkbar.
Klangen Jorges Vocals auf GRIMBLADEs erster EP noch einigermaßen
Black Metal beeinflusst, so schlägt er auf Crimson
Angel eher einen etwas tieferen und raueren Ton an,
was dem Gesamtsound wirklich klasse zu Gesicht steht und den
Songs eine kraftvolle Note verleiht. Auch am Klargesang wurde
gearbeitet und der zuvor manchmal etwas krampfig klingende Pathos
ist fast gänzlich entfernt worden, wodurch der Gesang nun
zu den Passagen passend recht melancholisch daherkommt. Sehr
gut!
Auch auf Crimson Angel ist den Jungs von GRIMBLADE
wieder eine enorme Spielfreude anzumerken und von der ersten
Sekunde an springt der Funke über. Von Rise Of A New
Heaven, dem mit marschähnlichen Drums unterlegten bombastischen
Keyboardintro, abgesehen, geben GRIMBLADE über weite
Strecken ordentlich Gas, wobei jeder Song über etwas langsamere
Stellen verfügt, welche durch ihre gekonnte Platzierung
auflockernd wirken bevor es dann wieder fix weitergeht. Womit
es GRIMBLADE in diesen Passagen allerdings etwas zu gut
gemeint haben ist der Einsatz der Synthies. Die Tatsache, dass
diese bei ihrem Auftreten stark in den Vordergrund gemixt wurden
ist dabei aber nicht das eigentliche Problem, so etwas hat durchaus
seine Berechtigung. Nein, problematisch ist, dass sie teilweise
etwas zu harmlos und poppig-süß klingen und so den
Songs schon ein stückweit ihrer aggressiven und/oder melancholischen
Seite berauben. Dem gegenüber stehen allerdings wirklich
perfekt eingebundene Synthies und die Tatsache, dass alle Songs,
allen voran das mit enormen Hitpotential ausgestattete The
Neverending Extermination und das nicht minder hymnische
Bleed The Evolution, im Ganzen gesehen viel zu stark
sind als dass dieser Kritikpunkt wirklich schwer wiegen würde.
Klare Sache also – die Zukunft gehört GRIMBLADE
und die Labels sollten schnell zuschlagen bevor ihnen jemand
zuvorkommt!