GRIMBLADE – Crimson Angel EP

 
Label: Eigenproduktion
Release: Juni 2010
Von: Bulletrider
Punkte: 8.5/10
Time: 21:19
Stil: Heavy/Melodic Death Metal
URL: Grimblade
 
Und “zack” – nur wenige Monate nach ihrem ersten Lebenszeichen in Form der Scenes From A Lifeless Time EP hauen GRIMBLADE aus Münster direkt Demo Nummero Zwo namens Crimson Angel raus. Wobei Demo irgendwie falsche, möglicherweise auf den Sound bezogene, Assoziationen wecken mag und in GRIMBLADEs Fall die Bezeichnung Demo wirklich ausschließlich darauf bezogen werden kann, dass nun mal noch kein Label hinter dieser außerordentlich talentierten Band steht.
GRIMBLADE haben auf Crimson Angel die Eckpfeiler ihres Sounds, die Vermischung traditionellen Heavy Metals mit extremeren Spielarten, auf jeden Fall beibehalten. Allerdings sind die eher angeschwärzten Parts der ersten EP einer deutlicheren, melodischen Death Metal Schlagseite gewichen. Dies macht sich nicht nur bei der Instrumentierung, die neben Maiden nun vor allem auch deutliche Züge von Dark Tranquility und Amon Amarth aufweist, sondern auch beim Gesang bemerkbar. Klangen Jorges Vocals auf GRIMBLADEs erster EP noch einigermaßen Black Metal beeinflusst, so schlägt er auf Crimson Angel eher einen etwas tieferen und raueren Ton an, was dem Gesamtsound wirklich klasse zu Gesicht steht und den Songs eine kraftvolle Note verleiht. Auch am Klargesang wurde gearbeitet und der zuvor manchmal etwas krampfig klingende Pathos ist fast gänzlich entfernt worden, wodurch der Gesang nun zu den Passagen passend recht melancholisch daherkommt. Sehr gut!
Auch auf Crimson Angel ist den Jungs von GRIMBLADE wieder eine enorme Spielfreude anzumerken und von der ersten Sekunde an springt der Funke über. Von Rise Of A New Heaven, dem mit marschähnlichen Drums unterlegten bombastischen Keyboardintro, abgesehen, geben GRIMBLADE über weite Strecken ordentlich Gas, wobei jeder Song über etwas langsamere Stellen verfügt, welche durch ihre gekonnte Platzierung auflockernd wirken bevor es dann wieder fix weitergeht. Womit es GRIMBLADE in diesen Passagen allerdings etwas zu gut gemeint haben ist der Einsatz der Synthies. Die Tatsache, dass diese bei ihrem Auftreten stark in den Vordergrund gemixt wurden ist dabei aber nicht das eigentliche Problem, so etwas hat durchaus seine Berechtigung. Nein, problematisch ist, dass sie teilweise etwas zu harmlos und poppig-süß klingen und so den Songs schon ein stückweit ihrer aggressiven und/oder melancholischen Seite berauben. Dem gegenüber stehen allerdings wirklich perfekt eingebundene Synthies und die Tatsache, dass alle Songs, allen voran das mit enormen Hitpotential ausgestattete The Neverending Extermination und das nicht minder hymnische Bleed The Evolution, im Ganzen gesehen viel zu stark sind als dass dieser Kritikpunkt wirklich schwer wiegen würde.
Klare Sache also – die Zukunft gehört GRIMBLADE und die Labels sollten schnell zuschlagen bevor ihnen jemand zuvorkommt!